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(16.12.2010) Cemil Sahinöz im Gespräch mit Xtranews: der Islam ist eine friedliche Religion

Cemil Sahinöz im Gespräch mit Xtranews: der Islam ist eine friedliche Religion

…..„Der Mensch mag das nicht, was er nicht kennt.”  …Ali, der vierte Khalif und Schwager des Propheten Muhammed

Gespräch mit Cemil Sahinöz, Soziologe und Islamwissenschaftler

Cemil Sahinöz, ein ausgewiesener Kenner und Experte auf dem Gebiet Integration und Islam sieht die Integration in Deutschland als nicht gescheitert an. “Wenn wir mit Integration das Zusammenleben der verschiedenen Kulturen meinen, bin ich der Meinung, dass auf dem Gebiet einiges erreicht wurde. Allerdings wurden einige politische Ziele bisher nicht erreicht”, meint Cemil Sahinöz. Für ihn sind daher auf dem Gebiet der Integrationspolitik die Schwerpunkte Bildung, Erziehung und interkulturelle Begegnungen verschiedenster Art, von großer Bedeutung.

Bildung ist in den Ausführungen des türkischstämmigen und 1981 in Halle/Westfalen geborenen Sahinöz einer der Schlüssel zum Erfolg auf dem Themenfeld der Integrationspolitik.

“Viele hier lebende Türken investieren immer noch zu viel in ihre Heimat, finanziell wie auch ideell. Hier sollte ein Paradigmenwechsel stattfinden, zumal viele türkische Menschen bereits in der 3., manchmal sogar 4., Generation in Deutschland leben”, appelliert Cemil Sahinöz an die vielen türkischstämmigen MitbürgerInnen in Deutschland. Es erscheint ihm daher auch hierbei sehr wichtig, dass die Eltern in die Schul-und Weiterbildung ihrer Kinder hier investieren, um ihnen damit zu gewährleisten, an der Gesellschaft teilzuhaben. “Teilhabe an der gesamten Gesellschaft geht nur mit entsprechender Bildung”, sagt er folgerichtig.

Die derzeitige Debatte um die richtige Integrationspolitik war ein weiterer Punkt unseres Gespräches. “Natürlich hat Thilo Sarrazin mit seinen Veröffentlichungen eine richtige und wichtige Debatte angestossen. Doch sein Populismus war ohne reine Absichten”, so Cemil Sahinöz. So sei aber bis jetzt noch nichts wirklich positives aus dieser von Sarrazin verursachten Debatte entstanden. Hier wünscht sich Sahinöz weitergehende Diskussionen und politische Debatten.

Im weiteren Verlauf sprachen wir auch über die Befindlichkeiten von Menschen aus der Türkei, von hier geborenen türkisch Stämmigen und von Moslems allgemein. Cemil Sahinöz hob hevor, dass gerade die so genannten “deutschen Tugenden” wie Fleiß, Disziplin oder Pünktlichkeit große Anerkennung bei vielen MigrantenInnen aus islamisch geprägten Ländern findet. Nicht so gut weg kommen die Deutschen bei dem Punkt “Nachbarschaftskultur”. Dort wird oftmals nicht verstanden, das viele BürgerInnen lieber unter sich bleiben wollen und die Nähe zu anderen Menschen, Nachbarn, meiden. Das dies gerade in der Türkei eine ganz andere Tradition hat, ist bekannt. Gerade die Gastfreundlichkeit der türkischen Menschen wird immer wieder besonders, und vollkommen zu recht, hervorgehoben.

Auf die Frage, warum viele Deutsche Angst vor dem Islam haben, meint Sahinöz: ” Es ist die Fremdartigkeit, die den Menschen Angst macht. Hier muss wesentlich mehr, auch von muslimischer Seite, getan werden um solche Berührungsängste abzubauen. Ein jährlicher “Tag der offenen Moschee” reicht da nicht.” So begrüßt Sahinöz auch die neuerdings mögliche universitäre Ausbildung von Imame in Deutschland, wie es derzeit u.a. in Münster angeboten wird. Er betont, dass ein Imamstudium in Deutschland letztlich auch der hier lebenden moslemischen Jugend zugute käme, da sich ein solches Studium eben auch daran orientiert, dass die Muslime in Deutschland leben und deren Anliegen und Probleme also auch von daher beleuchtet werden. Cemil Sahinöz plädiert auch für einen islamischen Religionsunterricht an deutschen Schulen.

Angst vor dem Islam in Deutschland muss niemand haben, sagt Cemil Sahinöz und belegt dies mit einem Zitat von Ali, dem Schwager des Propheten Muhammed, welches zu Beginn der Artikels steht. Der Sinn dieses Zitates gilt für vieles im Leben, eben auch für das Zusammenleben von Menschen verschiedenster Herkunft und Religionszugehörigkeiten.

Zum Schluss des Gespräches sagt Cemil Sahinöz: “Der Islam ist, wie jede große Weltreligion, eine friedliche Religion!”

*Der Autor Cemil Şahinöz (Dipl. Soziologe; Doktorand der Theologie, Religionswissenschaft und Philosophie; geboren 1981) ist Gründer und Chefredakteur der Zeitschrift “Ayasofya”. Er hat verschiedene Bücher übersetzt und verfasst.

 

Detlef Obens, Xtranews, 16.12.2010

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(16.11.2010) Muslime.TV interviewt Cemil Sahinöz

[Vimeo 16864009]

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(15.10.2010) Ayasofya Nr.33 ist erschienen

 

DIE NEUE “AYASOFYA” IST DA!

Die interkulturelle, unabhängige Zeitschrift für Wissenschaft, Integration und Religion erscheint alle 3 Monate und kostet nur 2 Euro.

Ayasofya Nr.33 enthält u.a.:

– Zwischen Futuwwa und Pop-Kultur (Sulaiman Wilms)
– Gegen die Muslime (Abu Bakr Rieger)
– Tarik aus dem Netz (Kübra Yücel)
– Zu Superman-Imamen und Bacherlor-Imamen (Yilmaz Bulut)
– Türkei in der EU (Michael Sendker)
– Die juristische Auslegung von Gesetzestexten und dem Koran (Selma Öztürk)
– Generation „Feyizbook“ (Fatma Yüksel)
– Islamische Seelsorge (Ahmed Aries)
– Von notleidenden Banken und Finanzlöchern (Cemil Yildirim)
– Sarrazin, der Sozialdarwinist (Cemil Sahinöz)

und Türkisch:

– Mustafa Yildizdogan ile cok özel röportaj!!!!
– Yerken Dikkat (Songül Sahinöz)
– Bütün zorluklara ragmen Avrupanin geleceginden ümitliyim (Ahmed Akgündüz)
– Cile (Selma Öztürk)
– Michael Jackson ve kaliforniya Sendromu (Nevzat Tarhan)
– Yolunu sasiran sadece kuslarmi (Berrin Göncü-Isikoglu)

Die Zeitschrift ist auf Türkisch und Deutsch.

Zum Bestellen:
http://lesen24.com/product_info.php?pName=ayasofya-nr33-muslime-und-die-popkultur

Das Ayasofya Jahresabonnement jetzt zum Vorteilspreis mit gratis Buch:
http://www.ayasofya-zeitschrift.de/?page_id=89

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(21.08.2010) „Fasten ist Ölwechsel für den Körper“

haber (175)

Westfalen Blatt, 21.08.2010

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(19.08.2010) „Leben und Arbeiten mit türkischen und muslimischen Familien“ Neues Buch von Cemil Sahinöz

Wir leben in einer multi- und interkulturellen Gesellschaft, in der verschiedene Kulturen aufeinander treffen. Der Zugang zu den verschiedenen Kulturen ist für Außenstehende nicht nur aus Sprachgründen oft schwierig – und vor allem – auch aus kulturellen Gründen. Das Wissen und Erkennen von bestimmten kulturellen und religiösen Mustern erleichtert diesen Zugang. Diesem Ziel widmet sich dieses Buch, in dem die türkische und muslimische Kultur den Lesern näher gebracht wird.

Zum Bestellen:

http://lesen24.com/product_info.php?pName=leben-und-arbeiten-mit-t%FCrkischen-und-muslimischen-familien

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(18.08.2010) „Patient oder Kunde?“ Neues Buch von Cemil Sahinöz

Patient oder Kunde?

Krankenhäuser sind nicht mehr traditionell nur „Krankenhäuser“. Kundenorientierung und Wettbewerb haben sich in die Krankenhäuser eingeschlichen, so dass neue Konzepte entworfen werden, um die Professionalisierung zu bewerkstelligen. Fraglich bei diesen Konzepten ist, ob der „Patient“ noch immer Patient ist, oder schon als „Kunde“ gilt.

Um dieser Fragestellung nachzugehen und diesen Wandel in den Krankenhäusern darzustellen, werden in dieser soziologischen und empirischen Arbeit Managementkonzepte erforscht.

Zum Bestellen:

http://lesen24.com/product_info.php?pName=patient-oder-kunde&cName=deutsche-b%FCcher-cemil-sahin%F6z

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(28.07.2010) Loveparade und die “Sich-Freuenden“

Loveparade und die “Sich-Freuenden“

Es ist schon erstaunlich, was sich einige meiner Brüder und Geschwister leisten…

Da sterben Menschen in einer Massenpanik und man verurteilt diese Menschen für Alkohol- und Drogensüchtige, als würde man sagen, „Das habt ihr doch nicht anders verdient.“

Erst einmal Fakt ist, dass die Loveparade wohl eins der „unislamischsten Veranstaltungen“ der Welt sein mag. Dagegen gibt es wohl kaum Einwände.

Doch ein wichtigerer Fakt ist, dass dort Menschen gestorben sind. ..

Denn auch wenn die Loveparade „islamisch unkorrekt“ sein sollte, hat trotzdem keiner das Recht, so respektlos mit toten Menschen umzugehen, egal welcher Religion, Kultur oder Ethnie sie angehören.

Die Propheten haben auch alle getrauert um die Nichtmuslimischen-Opfer von Katastrophen, die durch Allah gesandt wurden. Denn es starben Menschen!

Ich versuche es mal aus der Sicht des “Sich-Freuenden“ zu betrachten.

Der “Sich-Freuende“ freut sich, dass Menschen gestorben sind, ohne die Möglichkeit gehabt zu haben, Allah zu finden.

Der “Sich-Freuende“ freut sich, dass Menschen gestorben sind, die direkt, laut seinem Verständnis, in „die Hölle“ kommen.

Der “Sich-Freuende“ freut sich, dass Menschen gestorben sind, und nun jetzt im Jenseits “bestraft“ werden.

Kein aufrichtiger Muslim der Welt, der die Sunna des ehrwürdigen Propheten Muhammed (Friede sei auf Ihm) verfolgt, kann sich freuen, dass Menschen gestorben sind, in die Hölle kommen oder im Jenseits bestraft werden.

Es kann sich also nicht um aufrichtige Muslime handeln, die die Toten der Loveparade auf die schlimmste Art und Weise beschuldigen.

Denn der Muslim ist stets ein gerechter Mensch…

Ein gerechter Mensch lässt Gott die Entscheidung treffen. Ein gerechter Mensch sollte stets bemüht sein, Leben aufrechtzuerhalten. Denn das Leben ist das höchste Gut Gottes.

Solange es Leben gibt, gibt es auch den Muslim.

Der “Sich-Freuende“ sollte sich also nicht freuen, sondern traurig sein, dass er es nicht geschafft hat, diese Menschen zu erreichen und ihnen den Islam näher zu bringen.

Der “Sich-Freuende“ sollte also weinen…

… um der Opfer willen…

… und um seiner eigenen Willen… damit er nicht Rechenschaft vor Gott ablegen muss, warum er diese Menschen nicht erreichen konnte.

Think about it.

Cemil Sahinöz, Ikinci Vatan, 28.07.2010
http://www.ikincivatan.eu/loveparade-und-die-%E2%80%9Csich-freuenden%E2%80%9C-makale,331.html

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(13.06.2010) Die Nurculuk Bewegung (Zum ersten Mal als Buch)

Zum ersten Mal gibt es die ganze Geschichte, Entwicklung, Organisation, Struktur der Risale-i Nur Bewegung als wissenschaftliche Studie.

Wer ist Said Nursi?
Wer sind die Nurcus?
Was ist die Risale-i Nur?
Warum gibt es so viele Gruppierungen der Nurcus?
Ist Fethullah Gülen ein Nurcu?
Wie entstand die Bewegung?
Wie ist die Organisation in Deutschland und in der restlichen Welt?

Diese und viele andere Fragen werden auf wissenschaftliche Weise untersucht.

Der Klappentext:

Obwohl in den letzten Jahren viele soziologische Studien zu den verschiedenen islamischen Gruppen durchgeführt wurden, blieb eine Gruppe, die relativ unpopulistisch ist, unbemerkt. Die Rede ist von Said Nursis Nurculuk Bewegung, auch Nurcu, Nur oder Risale-i Nur Bewegung genannt, die mit Millionen von Anhängern die islamische Strömung in der Türkei ist, die am meisten Einfluss auf die Bevölkerung der Türkei zu haben scheint. Sie ist die erste organisierte religiöse Bewegung der heutigen Türkischen Republik.

Auch in Deutschland ist die Bewegung vertreten. Jedoch wird die Strömung nicht wahrgenommen. Sie existiert und agiert völlig unbemerkt, ja quasi unsichtbar. Trotz der Tatsache, dass es über Said Nursi und die Risale-i Nur dutzende Bücher gibt, gibt es kaum wissenschaftlich analysierende Arbeiten über die Bewegung selbst. Daher ist dieses Buch das erste in seinem Gebiet. Zum ersten Mal wird die Nurculuk Bewegung ausführlich wissenschaftlich, soziologisch und empirisch unter die Lupe genommen.

Jetzt bestellen:

http://lesen24.com/index.php?cName=deutsche-b%FCcher-cemil-sahin%F6z

oder

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(07.06.2010) Şiddetli gençlerin sorumlusu imamlar mı?

Şiddetli gençlerin sorumlusu imamlar mı?

Hafta sonu Almanya´da bir araştırma yayınlandı. Aşağı Saksonya Eyaleti Kriminal Araştırma Enstitüsü (KFN) ve Almanya İçişleri Bakanlığı tarafından yapılan bir araştırma. Araştırmayı Enstitü Başkanı Prof. Christian Pfeiffer yapmış. 2007 ve 2008 seneleri arasında gerçekleştirilen araştırmaya, Almanya’nın 61 kent ve kasabasında, 14 ile 16 yaş grubundaki 45 bin öğrenci genç katılmış.

Halen tartışılmakta olan araştırmanın sonuçlarına göre, müslüman gençler dindarlaştıkca alman arkadaşları azalıyor ve şiddete başvuruyorlar. Ne kadar az dindar iseler okadar çok alman arkadaşları var ve şiddete başvurmuyorlar…. Şiddete başvurmanın sorumlularıda imamlar olarak gösteriliyor.

Sosyolojinin kurallarına aykırı olan bu sonuç şuna benziyor: Bir şehirde ne kadar çok leylek varsa, o kadar çok doğum var. Demek ki, çocukları leylekler getiriyor.

Öncelikle ´dindarlaştıkca şiddete basvuruyorlar´ meselesine depinelim. Hemen baştan söyleyelim, bir insanın nekadar ´dindar´ olduğunu tespit etmek mümkün değil. Hiç bir ilmi araştırmada bir insanın dindar olup olmadığı tespit edilemez. Çünkü bunun için bir ölçü yoktur. Kimin ne zaman dindar olduğu, ne ölçüde dindar olmadığını gösteren bir veri yoktur. Bu nedenle, bütün araştırmalarda dindarlık şöyle ölçülür: ´kendinizi dindar olarak görüyormusun?´ Bu bütün araştırmalarda böyle yapılır. Nitekim doğru olarak bu araştırmadada bu böyle yapılmış. Yani şiddete başvuran gençler kendilerini ´dindar´ olarak görüyorlarmış. Bu olabilir. Buna karşı birşey söylemek mümkün değildir. Kendilerini öyle görebilirler.

Ama sonuç farklılaşır.

Sonuç ´dindarlaştıkca siddet artıyor´ yanlış.
Doğru sonuç olsa olsa şöyle olabilir: ´şiddet işleyenler arasında kendini dindar olarak niteleyenler daha yaygın´.

Terside yanlış, yani ´kendini dindar olarak görenler arasında şiddet daha yaygın´. Buda yanlış. Çünkü bunu tespit edebilmek için bütün ´kendini dindar olarak görenlere´ ve ´kendini dindar olarak görmeyenlere´ sormak gerekir ve bunların arasındaki orana göre ´şiddet´ sorusu sorulabilinir. Ama araştırmada bu yapılmamış.

Araştırmada şiddet uygulayanlara sorulmuş. Yani hareket noktası ´zaten şiddet işleyenler´, dindarlar değil. Bu göz önünden kaçan fakat çok önemli bir nokta.

Olayı ilmi bir şekilde analiz etmek için birde şiddetli olmayan dindarlara sormak gerekir. Yani ´kendisini dindar olarak niteleyen ama şiddete başvurmayan´lar, şiddete başvuran ´dindar´lar hakkında ne düşünüyorlar? Büyük bir ihtimal ´onlar dindar değil´ diyeceklerdir. O zaman ´dindarlaştıkca şiddet artıyor´ sonucu ortadan kalkıyor. Sosyolojinin kanunu böyledir.

O zaman şiddet işleyen gençlerin dindarlıktan anladıkları ne? Asıl bunu araştırmak gerekiyor…

Sorumlu olarak gösterilenlere gelince….

Araştırmayı yapan Pfeiffer şöyle diyor: “Sorun İslam´da değil. Sorun İslam´ın anlatılış şeklinde. Yani imamlarda. Bu nedenle almanca bilmeyen, alman kültürünü tanımayan, alman kanunlarına ayak uydurmayan ve kadın-erkek eşitliliğini kabul etmeyen imamlar kesinlikle Almanya´ya gelmemeli. Dini cemaatler imamlarını Almanya´da yetiştirsinler.“

Sorumlular imamlar olamaz. Sorunu imamlara yüklersek, büyük bir hata yapmış oluruz. Elbette imamları daha fazla eğitip, Almancalarını geliştirip, Alman kültürüne hazırlamamız gerekiyor. Bu gayet normal. Bunu tartışmaya bile gerek yok. Fakat gençlerin şiddetli olmalarını imamların eğitimsizliğine vermekte başka bir hata.

Kaldıki, bu gençlerin çoğu, zaten imamları dinlemiyorlar ve onlar tarafından şiddete meyl edebilecek bir şekilde etkilenmiyorlar. Ne Almanya´daki gençler Türkiye´den gelen imamları anlıyorlar nede imamlarımız gençlerimizi. Bu bir gerçek. Senelerdir tartışılan ve çözülmeye çalışılan bir gerçek.

Sorunu başka yerde aramak gerekiyor…

Bir çok göçmen gençler dışlandıklarını hissettikleri vakit, şiddete başvuruyorlar, dindarlaştıkları vakit değil.
Ve bu nedenlede daha az alman arkadaşları var.

Bu dünyanın her yerinde böyledir. Bunun İslam, Hristiyanlık veya başka bir din veya ideoloji ile alakası yok. Bu bir insanlık duygusudur. Dışlanan insan, kendisini marjinalliğe ve şiddete verir.

Bu nedenle sorunu çözmek için öncelikle İslam dininin Almanya´da ki algılayışını değiştirmek gerekiyor. İslam dinine bakışı değiştirmek gerekiyor. Dindarlığını yaşamaya çalışan gençler dışlandıklarını hissetmemeli.

Dikkat edin, ´dışlanıyorlar´ demiyorum…
´dışlandıklarını hissetmemeliler´ diyorum…

Cemil Sahinöz, Moral Haber, 07.06.2010
http://www.moralhaber.net/makale/siddetli-genclerin-sorumlusu-imamlar-mi/

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(20.03.2009) Innermuslimischer Dialog in Deutschland

Innermuslimischer Dialog in Deutschland

„Wenn die Ungebildeten nicht reden würden,
würde es in der islamischen Welt keine Fitna und keine Streitigkeiten geben“
Imam Safi

Der Islam ist eine Universität. Die verschiedenen Jama´ats (islamischen Gruppen) sind die Fakultäten dieser Universität. Damit die Universität sich stärkt, müssen die Fakultäten miteinander und nicht gegeneinander arbeiten. Wenn sich die Fakultäten gegeneinander ausspielen oder sich gar bekriegen, schwächt dies die ganze Universität. Jede einzelne Jama´at repräsentiert eine verschiedene Fakultät mit unterschiedlichen Spezifikationen. Eine Jama´at repräsentiert die Fakultät der Soziologie, eine andere die der Psychologie. Eine andere wiederum hat sich in der Politikwissenschaft spezialisiert. Für jede Fakultät steht eine Jama´at. Jede dieser Jama´ats muss sich in der eigenen Fakultät spezialisieren und nicht in die der anderen eingreifen. Dies würde zu Zwietracht und Streit führen.

Was die Studenten angeht… jeder Muslim sollte sich seine Jama´at selbst aussuchen. Je nach dem, welche Stärken man in sich selbst sieht, sollte man sich in einer der Fakultäten einschreiben. Dabei ist es ganz wichtig, dass die anderen Fakultäten nicht nach eingeschriebenen Studenten Ausschau halten, um diese für sich zu gewinnen. Eine innermuslimische Missionierung ist unmoralisch.

Dass es verschiedene Jama´ats gibt, also verschiedene Fakultäten, ist kein Unglück, sondern ein Segen, aus dem man positives Nutzen ziehen muss.

Denn wie die einzelnen Körperteile im Körper eines Menschen verschiedene Aufgaben haben, haben die unterschiedlichen Jama´ats unterschiedliche Aufgaben. Wenn jeder die Arbeit der Hände machen würde, würde der Körper nicht funktionieren. Erst wenn alle Teile sich auf ihre eigene Arbeit beschränken, bleibt der Gesamtkörper, der Islam, in Takt. So müssen sich also die Jama´ats arbeitsteilig betrachten und nur im Guten wetteifern. Im Koran heißt es dazu: „Jeder hat eine Richtung, zu der er sich wendet. So eilt zu den guten Dingen um die Wette. Wo immer ihr euch befindet, Gott wird euch alle zusammenbringen. Gott hat Macht zu allen Dingen“ (Der Koran, 2:148) und „Eilt zu einer Vergebung von eurem Herrn um die Wette“ (Der Koran, 57:21).

Auch der Prophet Muhammed (Friede sei mit Ihm) weist mit einem Hadith auf diese Wahrheit hin: „Die Meinungsvielfalt in meiner Gemeinde ist eine Gnade“ (Acluni, 1932, S.66-68; Münavi, 1972, S.210-212). Said Nursi interpretiert diesen Hadith folgendermaßen: „Die Meinungsvielfalt, die im Hadith gemeint ist, ist eine positive. Das heißt, jeder strebt danach, seine Schule zu verbreiten und bekannt zu machen. Er möchte nicht die anderen zerstören oder abschaffen, sondern sie vervollständigen und verbessern. Aber eine negative Meinungsvielfalt, eine triebhafte und feindliche, die darauf abzielt sich gegenseitig zu zerstören, ist aus Sicht des Hadith zurückzuweisen. Denn wer sich gegenseitig schädigt, kann keine positive Bewegung ausüben“ (Nursi, 2004, S.372; 2001, S.259).

Demzufolge ist es wichtig, dass die islamischen Gruppen in Deutschland nicht ständig ihre eigene Gruppe in den Vordergrund stellen. Die kollektive Identität des Islams ist wichtiger. Vor allem müssen die Muslime ihre Gruppenzugehörigkeit als zweitrangig betrachten und zunächst nur “den Islam“ vertreten. Alle Gruppen müssen zusammenkommen und ihre Gruppenzugehörigkeiten vergessen.

***

An dieser Stelle folgen nun drei Interviews mit wichtigen Persönlichkeiten aus der muslimischen Gesellschaft in Deutschland. Ahmed Aries, Abu Bakr Rieger, Ammar und Ali Kizilkaya standen uns freundlicherweise als Interviewpartner zur Verfügung. Den Interviewpart des letzteren veröffentlichen wir auf Türkisch. Dass gerade diese Personen zu Worte kommen hat nichts damit zu tun, dass ihre Namen mit dem ersten Buchstaben des Alphabets beginnen, sondern ist das Ergebnis unserer Interviewanfragen. Leider wollten sich die Sprecher der restlichen muslimischen Gruppierungen in Deutschland nicht zu dieser Thematik äußern. Dies zeugt natürlich, dass noch ein weiter Weg in Richtung Einheit gegangen werden muss. Dieser Einheit möchte „Ayasofya“ und die „Akademie für Wissenschaft, Religion und Dialog“ seinen Beitrag leisten.

Ahmed Aries
Lehrbeauftragter an der Universität und ehemaliger Volkshochschuldirektor

Wie schätzen Sie die gegenwärtige Situation der Muslime in Deutschland ein?

Mir scheint sich die Situation zu verändern. Während bis vor wenigen Wochen die Verbände im Rahmen der Berliner Islam Konferenz dominierten, haben die beiden Religionsmonitore Espositos „Who speaks in the name of Islam?“ und der Bertelsmann Stiftung die Lage beeinflusst. So waren die Ergebnisse der Esposito Befragung Anlass für eine Aktuelle Stunde im Düsseldorfer Landtag. In diesem Winter scheint es so zu werden, dass man sich als engagierter Muslim an fast jedes Wochenende zwischen mindestens zwei Tagungen entscheiden kann. Und stets sind Muslime unter den Referenten. Die Stammtischredner scheinen in den Hintergrund zu treten. Ärgerlich ist, dass sich am rechten Rand Schlichtestes abspielt wie die Beschmierung von Gräbern in Hamburg. Ärgerlich bleibt die Einstellung zum Kopftuch. Dennoch, die Muslime sind Teil dieser Gesellschaft geworden. Sie werden sich daher an den offenen und kritischen Diskurs dieser Gesellschaft gewöhnen müssen, d.h. unsere Jungen wachsen mit ihm auf.

Sehen Sie es als nötig an, dass die Islamischen Gruppen in Deutschland zu einer Einigkeit finden? Wenn ja, warum?

Die Muslime sind angesichts dieser Gesamtlage in einer guten Position. Es gilt sie inhaltlich auszufüllen. Dazu gehören die juristischen Fragen und eine Antwort auf die föderalen Strukturen. Deutschland ist kein Zentralstaat. Hieran wird man sich anpassen müssen. Die Landesregierungen brauchen sowohl einen politischen Ansprechpartner in ihrem jeweiligen Bundesland als auch einen mit dem sie juristisch zu verhandeln vermögen.

Was tun Sie persönlich, um diese Einigkeit herzustellen?

Als einem einzelnem (deutschem) Muslim bleibt nur das Wort kritischer Begleitung.

Wie sieht die Zukunft der Muslime in Deutschland aus? Können Sie das Jahr 2025 in Deutschland skizzieren?

Die Muslime werden eine normale religiöse Minderheit sein, insaallah. Sie werden sich in diesem Lande engagieren, d.h. nicht mehr in andere Länder reisen, um dort ihren Wehrdienst und Eid abzulegen, sondern Wehr- und Ersatzdienst leisten, als Mitglieder in den hiesigen Berufsverbänden, Gewerkschaften und Parteien; und wird vielleicht auch einen Roten Halbmond einschließlich islamischer Stiftungen geben.

Abu Bakr Rieger
IZ-Herausgeber, Publizist, Jurist
Rieger ist Herausgeber der Islamischen Zeitung, Mitbegründer verschiedener muslimischen Initiativen auf europäischer Ebene, Publizist und Buchautor.

Sehen Sie es als nötig an, dass die Islamischen Gruppen in Deutschland zu einer Einigkeit finden? Wenn ja, warum?

Eine Einheit islamischer Gruppen erscheint mir aus zweierlei Gründen wichtig. Zum Einen ist es im Interesse aller Muslime mit der Bundesregierung einen konstruktiven Dialog und Austausch zu organisieren. Zum Anderen wäre eine solche Einheit ein Fortschritt gegenüber der antiquierten Einteilung in ethnische Gruppen. Ich begrüße insoweit die Bildung des KRM oder auch die Islamkonferenz, allerdings fehlt es in beiden Institutionen an einer Vertretung von Frauen, Stiftungen oder deutschen Muslimen.

Was tun Sie persönlich, um diese Einigkeit herzustellen?

Die islamische Zeitung ist bemüht alle Muslime in Deutschland möglichst positiv und zusammenhängend ins Bild zu rücken. Wir unterstützen alle Aktivitäten die die positive Grundhaltung der in Deutschland lebenden Muslime unterstreichen.

Ali Kızılkaya
Almanya İslam Konseyi (Islamrat) Başkanı

Sizce Almanya´da cemaatlerin bir araya gelebilmeleri önemlimi? Önemliyse, neden önemli? Veya neden önemli değil?

Almanya´daki cemaatlerin birlikte hareket etmeleri çok önemlidir. Zira birlikten güç doğar. Yani haklı taleplerimizi ve hala verilmemiş olan haklarımızı daha kolay elde etme imkanı sağlanmış olur. Bu sebepten dolayı birlik ve beraberlik çok önemlidir. Hem de İslam kardeşliği açısındanda bir ihtiyaç ve gerekliliktir birlik. Bunun için Almanya´da çatı kuruluşları oluşturulmuştur. Bu konudaki çalışmalar devam etmektedir. İlerleme de kat edilmiştir.

Sizin cemaatiniz birlik ve beraberlik için ne gibi faaliyetlerde bulunuyor?

Almanya İslam Konseyi (Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland) bu birliği oluşturmak amacı ile kurulmuştur. Daha geniş birlik çalışmalarına hem destek verdik hem katkıda bulunduk. Şuanda dört büyük kuruluştan oluşan Almanya Müslümanlar Koordinasyon (KRM) oluşumunun bir parçasıyız. Ve dört üyeden birisi Almanya İslam Konseyidir. Bu oluşum içinde diğer kuruluşlarla birlikte çalışıyoruz.

Ammar
Rapper

Erst einmal vielen Dank, dass Sie sich in Ihrem vollen Terminkalender die Zeit nehmen, unsere Fragen zu beantworten. Deshalb möchte ich auch schon gleich loslegen. Sehen Sie es als nötig an, dass die Islamischen Gruppen in Deutschland zu einer Einigkeit finden? Wenn ja, warum?

Mein Motto ist es lieber nach Gemeinsamkeiten zu suchen die uns vereinen anstatt über Dinge zu streiten die uns unterscheiden. Einigkeit bringt Frieden und Zusammenhalt, dadurch entsteht Stärke. Gemeinsam sind wir stark und können uns für die wirklich wichtigen Dinge einsetzen. Dinge wie die Jugend, die Zukunft, die Rechte der muslimischen Schwestern, das Recht auf eine islamische Ernährung, das Recht auf islamische Bildung. Wir können uns gemeinsam stark machen gegen die Vorurteile und die Islamhetze die von den Medien betrieben wird. Wir können uns stärker einsetzen für unterdrückte Geschwister weltweit. Es gibt viele Dinge die wichtig sind und uns alle betreffen, letztendlich sind wir Muslime und folgen alle Allah. Er hat uns Muslime durch den Islam zu einer großen Gemeinschaft gemacht egal aus welchem Land wir kommen oder welche Sprache wir sprechen.

Was tun Sie persönlich, um diese Einigkeit herzustellen?

Ich lebe nach meinem eben erwähnten Motto und versuche es auch in meine Lieder zu packen wie zum Beispiel in meinem Song „An meine Ummah“, den man auf meinem neuen Album „Aus dem Schatten ans Licht“ hören kann. Ich spreche in meinen Liedern prinzipiell über Themen die uns alle betreffen. Themen, Probleme und Gedanke die jeden Muslim hier in Deutschland und manchmal vielleicht sogar weltweit beschäftigen. Ich versuche niemandem mein Verständnis vom Islam und meine Sichtweise aufzudrücken. Ich respektiere die Meinung des anderen und halte mich fern von Rechthaberei. Wenn jeder von uns versucht im Kleinen und in seinem Alltag die Meinung des Anderen zu akzeptieren und sich auf die Gemeinsamkeiten zu konzentrieren, würde das die Einigkeit im großen sicherlich fördern.

Mit Ihrer Musik erreichen Sie viele muslimische Jugendliche. Welche Message wollen Sie ihren Zuhörern vermitteln?

Was du in deiner Jugend machst hat einen großen Einfluss auf deine Zukunft. Nutze deine Jugend für die guten Dinge. Denke nicht, dass Islam erst im Alter wichtig ist. Denke nicht, „jetzt bin ich jung, mir ist alles egal, ich will nur Spaß haben. Wenn ich älter bin fange ich an mich mit dem Islam zu beschäftigen“, denn dann ist es vielleicht schon zu spät. Islam ist der Weg der Mitte. Muslim zu sein und sich an die Gebote Allahs zu halten heißt nicht, dass man sich vom Leben total distanzieren soll und keinen Spaß oder keine Freude mehr haben darf. Islam belebt das Gute in dir und gibt dir Kraft für die positiven Dinge im Leben. Diese positive Energie sollte man einsetzen um die Gesellschaft in der wir leben zu bereichern. Islam gibt dir Frieden und schreibt dir einen guten Umgang mit deinen Eltern Nachbarn und Mitmenschen vor. Lasst uns Brücken bauen mit unseren Mitmenschen auf das sie die positive Energie und den Frieden in uns spüren.

Cemil Sahinöz

Literatur:

• Acluni İ.b.M.: Keşfu´l-Hafa. Daru İhyai´t-turasi´l-Arabi. Band 1. k.A.: Beirut, 1932
• Der Koran. Übersetzung von: Khoury Adel Theodor. Unter Mitwirkung von Abdullah Muhammed Salim. Gütersloher Verlagshaus: Gütersloh, 1987
• Münavi: Feyzü´l-Kadir. Band 1. k.A.: Beirut, 1972
• Nursi S.: Die Briefe. Sözler: Istanbul, 2004
• Nursi S.: Mektubat. Yeni Asya: Istanbul, 2001

Publiziert in: Ayasofya, Nr.26, 2009, S.22-25

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(02.11.2008) WDR 25.09.2008 Ramadan in OWL – Muslimische Familie fastet

Alltag im Ramadan
Wie eine muslimische Familie fastet

Familie Sahinöz im westfälischen Halle fastet nach muslimischem Ritus seit Anfang September. Den Tag über ist nicht erlaubt, zu essen oder zu trinken. Da fällt es nicht leicht, zu arbeiten, einzukaufen und Hausaufgaben zu machen. Erst nach Sonnenuntergang trifft man sich in der Moschee zum Fastenbrechen. Dafür wurde in Halle extra ein Koch aus der Türkei eingeflogen.

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(26.04.2008) Sport im Leben des Propheten Mohammed (s.a.v.)

Sport im Leben des Propheten Muhammed

In allen Lebenslagen spielt die Tradition des Propheten Muhammed für die Muslime eine große Rolle. Natürlich beginnt der Islam nicht mit ihm. Muhammed ist weder der erste, noch der einzige Prophet, an den die Muslime glauben. Die Muslime sind keine Muhammedaner. Mit ihm würde man den Islam stark eingrenzen. Nicht er steht im Zentrum des Islam, sondern der Koran. Die Biographie Muhammeds und seine Tradition, die Sunna, sind aber von außerordentlicher Wichtigkeit, um den Koran zu verstehen. Muhammed war quasi ein lebender Koran. Viele unverständliche Verse im Koran werden erst durch den Propheten für uns verständlich. Daher sind seine Sichtweisen zu jedem ersichtlichen Thema richtungweisend für die Gemeinschaft der Muslime. Welche Sichtweise er zum Thema Sport hatte, ist die Ausgangsfrage dieses kurzen Artikels.

Während Sport für die einen Mord ist, ist er für die anderen das Gesündeste der Welt. Unabhängig vom Alter begeistern sich Millionen von Menschen für ihn. Im Laufe der Zeit machte Sport eine Professionalisierung durch. Institutionen bildeten sich, Regelwerke wurden verschriftlicht und Wettkämpfe wurden institutionalisiert. Natürlich ist Sport auch ein so lukratives Geschäft, dass Wirtschaft und Medien ein ständiges Auge auf diese große Palette haben. Wir wollen aber nun in diesem Text nicht den modernen Sport analysieren, sondern eine Reise in die Vergangenheit zum Propheten Muhammed unternehmen.

Um zu schauen, welche Rolle Sport im Leben unseres Vorbildes Muhammed spielte, werden wir nun einen Blick zurück in die Geschichte werfen. Dabei müssen aber einige wichtige Punkte vergegenwärtigt werden, um keine inhaltlichen Fehler zu machen: Zunächst einmal war Sport im 6. Jahrhundert im arabischen Gebiet nicht institutionalisiert. Es gab keine professionellen Wettkämpfe. Vielmehr war Sport eine Möglichkeit des Ausdrucks von Stärke, welchen fast ausschließlich männliche Individuen innehatten. Wettkämpfe fanden z.B. zum Zwecke der Statuserhaltung oder -sicherung statt. Gesellschaftlich waren sportlich talentierte Menschen sehr angesehen.

Der Prophet Muhammed übte Sport nicht für Status oder Ansehen aus. Wie für viele andere, war für ihn Sport eine Art nützlicher Freizeittätigkeit. Man konnte sich durch ihn körperlich stärken und seinen Körper und Geist fit halten und in Disziplin üben. So wundert es nicht, dass der Prophet seinen Gefährten empfahl, sportlich zu sein.

Die verbreitetsten Sportarten im arabischen Gebiet waren Ringen und Pferde- bzw. Kamelreiten. Beim Propheten waren diese Sportarten sehr beliebt. Er verteilte sogar „Preise“ für die Sieger von Pferderennen (Hamidullah, 1980, S. S.1141ff). In einem Hadith sagt er: „Bei folgenden drei Sachen gibt es Geschenke: Kamelrennen, Pferderennen und Bogenschießen“ (Ebu Dâvûd, Cihad 67). Eines Tages trugen Muhammed , Abu Bakr und Umar ein Reitrennen aus. Unser ehrwürdiger Prophet belegte den ersten Platz. Abu Bakr wurde zweiter und Umar belegte den dritten Platz (Turan, 1988, S.13). Laut Ibn Umar bildete der Prophet sein Pferd stets aus und nahm mit ihm an verschiedenen Wettrennen teil (Ebu Dâvûd, Cihad 67).

Wettrennen unter Männern war auch eine sehr beliebte Sportart. Es gibt Überlieferungen, in denen bestätigt wird, dass auch unter Anwesenheit des Propheten Wettrennen stattfanden. Der vierte Khalif Ali war sogar ein sehr schneller im Rennen gewesen (Turan, 1988, S.14ff).

Im Ringen war ein Mann namens Rukâne bin Abdulyezid sehr erfolgreich. Durch sein Talent erreichte er schnell Berühmtheit und Ansehen. Als dieser sich entschloss, Muslim zu werden, bestand er darauf, mit dem Propheten zu ringen. Sollte der Prophet verlieren, würde Rukâne nicht zum Islam übertreten. Überraschenderweise wurde Rukâne dreimal hintereinander besiegt. Nach diesem Vorfall wurde er Muslim (Ebu Dâvûd, Libas 21; Sünen-i Tirmizi Tercümesi, III, 281).

Ringen spielte eine weitere wichtige Rolle im Leben der Araber. Durch das Ringen konnten sie ihre Stärke beweisen. Jugendliche, die dem Propheten zeigen wollten, dass sie inzwischen erwachsen sind, rangen mit anderen (Hamidullah, 1980, S. S.1142). Auch Muhammed rang mit anderen. Seine Enkel Hasan und Hussein rangen des Öfteren in seiner Anwesenheit gegeneinander. Der Onkel des Propheten, Hamza, wurde sogar als Bester unter den Ringern bezeichnet.

Auch Schwimmen ist eine vom Propheten sehr gelobte Sportart. Er erlernte das Schwimmen im jungen Alter, als er mit seiner Mutter nach Medina reiste. Er empfand dies als so wichtig, dass er es unter den wichtigsten Dingen, die ein Vater seinen Kindern beibringen sollte, aufzählte (Canan, 1980, S.258; Turan, 1988, S.18ff). Dass er mitten in der Wüste so großen Wert auf das Schwimmen legte, verdeutlicht noch einmal die außerordentliche Wichtigkeit, die unser Prophet dieser Sportart, bei der gleich dutzende Muskeln trainiert werden, beimaß. Auch der zweite Khalif Umar empfahl stets das Schwimmen.

Eine Art Fußball war in Mekka ebenfalls verbreitet. Das Spiel hieß „Kurre“. Dabei wurde, ähnlich wie beim heutigen Fußball, ein kleiner Gegenstand mit den Füßen umhergetreten. Es gab sogar überall in Mekka Spielfelder. Es gibt keine Überlieferungen, in denen der Prophet diese weitverbreitete Sportart anprangerte oder gar verbot (Hamidullah, 1980, S. S.890).

Auch sprach sich der Prophet nicht gegen Steineheben aus. Als er einmal Spazieren ging, begegnete er Personen, die versuchten, schwere Steine zu erheben. Dabei wollten sie ermitteln, wer von ihnen der stärkere ist. Dass Muhammed auch in diesem Fall nichts Negatives aussprach, ist ein Anzeichen der Legitimität derartiger Sportarten mit dem Ziel eines Wettkampfs (Hamidullah, 1980, S. S.1142).

Die Frauen waren damals nicht unbedingt für Sport zu begeistern. Aus Überlieferungen wissen wir aber, dass Muhammed mindestens zweimal mit seiner Frau A’ischa Wettrennen austrug. Das erste Rennen gewann A’ischa, das zweite der Prophet (Hamidullah, 1980, S. S.1143). Daraufhin sagte er: „Nun sind wir Quitt“ (Ebu Dâvûd, Cihad 67).

Auffallend ist, dass die Sportarten, die in der Sunna vorkommen, zielgerichtet und nützlich sind. Die Individuen sollen nicht nur Spaß daran haben, sondern auch gesundheitlich fit werden. Ihre Körper sollen gestärkt werden. So kann man diese Sichtweise auf die meisten der heutigen Sportarten ohne Bedenken übertragen.

Sportlich tätig zu sein, steht also weder im Gegensatz zum Islam noch zur Tradition des Propheten. Ganz im Gegenteil: Es ist gern gesehen und wurde von Muhammed selbst angeregt und gefördert.

Es braucht natürlich nicht erwähnt zu werden, dass die Tätigkeit und Beschäftigung mit Sport nicht dazu führen darf, den Gottesdienst, allen voran das fünfmalige tägliche Gebet, zu vernachlässigen. Auch müssen die Kleidungsvorschriften des Islams eingehalten und die Logik des Glücksspiels ausgeschlossen werden. Ein Wettkampf darf nicht zu Hass, Feindschaft oder Neid unter den Sportlern führen.

Cemil Şahinöz

Literatur:

• Canan I.: Hz. Peygamberin Sünnetinde Terbiye. Ankara, 1980
• Ebu Davud: Es Sünen. k.A.: Beirut, k.A.
• Hamidullah M.: İslâm Peygamberi. Band 2, k.A.: İstanbul, 1980
• Tirmizi: Es Sahih. k.A.: Kairo, k.A.
• Turan A.: İslâmiyette Spor ve Önemi. Ankara, 1988

Erschienen in:

Yeni Genclik, Nr.14, 2008, S. 41-42

Islamische Zeitung
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