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(15.10.2010) Ayasofya Nr.33 ist erschienen

 

DIE NEUE “AYASOFYA” IST DA!

Die interkulturelle, unabhängige Zeitschrift für Wissenschaft, Integration und Religion erscheint alle 3 Monate und kostet nur 2 Euro.

Ayasofya Nr.33 enthält u.a.:

– Zwischen Futuwwa und Pop-Kultur (Sulaiman Wilms)
– Gegen die Muslime (Abu Bakr Rieger)
– Tarik aus dem Netz (Kübra Yücel)
– Zu Superman-Imamen und Bacherlor-Imamen (Yilmaz Bulut)
– Türkei in der EU (Michael Sendker)
– Die juristische Auslegung von Gesetzestexten und dem Koran (Selma Öztürk)
– Generation „Feyizbook“ (Fatma Yüksel)
– Islamische Seelsorge (Ahmed Aries)
– Von notleidenden Banken und Finanzlöchern (Cemil Yildirim)
– Sarrazin, der Sozialdarwinist (Cemil Sahinöz)

und Türkisch:

– Mustafa Yildizdogan ile cok özel röportaj!!!!
– Yerken Dikkat (Songül Sahinöz)
– Bütün zorluklara ragmen Avrupanin geleceginden ümitliyim (Ahmed Akgündüz)
– Cile (Selma Öztürk)
– Michael Jackson ve kaliforniya Sendromu (Nevzat Tarhan)
– Yolunu sasiran sadece kuslarmi (Berrin Göncü-Isikoglu)

Die Zeitschrift ist auf Türkisch und Deutsch.

Zum Bestellen:
http://lesen24.com/product_info.php?pName=ayasofya-nr33-muslime-und-die-popkultur

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(01.02.2010) Die spirituelle Anatomie des Menschen

Die spirituelle Anatomie des Menschen

Die moderne Medizin beschäftigt sich mit der “sichtbaren“ Anatomie des Menschen. Kopf, Füße, Nieren, Adern, Knochen sind die Grundsteine unserer medizinischen Arbeit. Jedoch besteht der Mensch nicht nur aus Fleisch und Blut, also dem Sichtbaren. Der Mensch trägt auch “Teile“ in sich, die nicht erfassbar sind, wie z.B. Gewissen, Gedanken, Seele, Verstand. Es gibt sogar einen Körperteil, der sowohl zum Sichtbaren als auch zum Unsichtbaren zugeordnet wird: das Herz. Wir kennen einmal den Herzen, der links in unserem Körper sitzt und Blut pumpt und den Herzen, der liebt uns hasst, Freude und Schmerzen empfindet.

Die Psychologie arbeitet desweilen mit dieser spirituellen Anatomie des Menschen. Sie versucht dem auf die Spur zu gehen und sie – bei Krankheiten – zu behandeln. Denn genauso, wie die “normalen“ Körperteile des Menschen behandelt werden müssen, müssen auch die Unsichtbaren Teile im Menschen, die es gibt, erforscht, analysiert und gegebenenfalls behandelt werden.

Wenn der Mensch hungrig wird, stillt er seinen Hunger, in dem er eine Nahrung zu sich nimmt. Der Mensch muss also essen, damit er fortbestehen kann. Der biologische Körper des Menschen braucht die Nahrung. Die Seele des Menschen braucht ebenfalls seine Nahrung. Die Nahrung der Seele sind Zufriedenheit, Liebe, Geborgenheit, Verständnis, Freude, Glück etc. Der Mensch kann noch so viel Materielles um sich haben, er kann sich auch für den reichsten Menschen der Welt halten; er wird nicht glücklich, solange er seine Seele nicht “füttert“. Aber andersherum sehen wir, dass der Mensch auch glücklich und zufrieden sein kann, wenn er “wenig“ Materie hat. Es sind also nicht die Materie und das Reichtum, die zum inneren Frieden führen. Daher muss die Priorität in diesen unsichtbaren, unfassbaren “Nahrungen“ liegen. Denn dieser erfüllen den Menschen, egal in welcher misslichen Lage er sich auch befindet.

Der Mensch hat also Bedürfnisse der Seele, die gestillt werden müssen. Die spirituelle Anatomie des Menschen muss auch seine Nahrung erhalten. Leider wird diese zu oft vernachlässigt und zu oft überhaupt nicht wahrgenommen. Hierdurch entsteht eine Leere im Menschen, die anderweitig versucht wird zu füllen. Beispielsweise sehnt sich das Herz nach Liebe und Geborgenheit von den Allernächsten. Bekommt es diese nicht, wird diese Nahrung woanders gesucht. Meistens wird sie gestillt durch Cyberfreunde im Internet. Dass daraus keine gesunde und stabile Identität entstehen kann, liegt auf der Hand.

Genauso, wie es zwischen den Nahrungen Unterschiede gibt, gibt es auch zwischen den spirituellen und seelischen Nahrungen Unterschiede. Der Hauptgang, das Brot für die Seele ist ganz gewiss die Verbindung zu seinem Schöpfer selbst. Diese Nahrung ist es, die der Seele in allen Notlagen Halt und Sicherheit bietet. Sie ist es, die den Menschen Kraft und Geduld, Energie und Ausdauer gibt. Zu wissen, „Ja, es gibt Jemanden, der mich sieht und hört, und der in der Lage ist, mir zu helfen“ gibt dem Individuum, egal welcher Religion er auch angehören mag, einen inneren Frieden.

Der Mensch muss also wieder auf seine Basics zurück. In seine innersten “Organe“, in seine Gefühle.

Die Gesellschaft muss noch einmal genauer hinschauen…

Ist es möglich, dass wir uns mit Geld, Reichtum, schönen Autos und großen Häusern zufrieden stellen?

Wir haben die beste Technik, die am weitesten entwickelten Wissenschaften….

Wir sind in der Lage, jeden Punkt der Welt in jeder Sekunde zu beobachten….

Doch wir sind nicht in der Lage, einen inneren Frieden, einen Segen, eine Ruhe und Gelassenheit den Menschen in unserer Gesellschaft zu geben.

Wir sind nicht in der Lage, trotzt all dieser Erkenntnisse und Berechnungen, Frieden in uns und mit uns zuschließen.

Wir kennen jeden Winkel des Universums, wir können die Sterne berechnen, doch wir sind nicht in der Lage zu berechnen, wie viel das “unsichtbare“ Herz eines Menschen wert ist und was es kostet, ein gebrochenes Herz wieder zu heilen?

Durch Vernachlässigung dieser Tatsache, also dass der Mensch eine spirituelle Anatomie hat und dass diese gefüllt und erfüllt werden muss, wird der Mensch nur auf seine Sichtbarkeit reduziert. So wird der Mensch, der vom Qualität her eine äußert komplexe Frucht des gesamten Universums ist, reduziert auf einen Roboter ohne Gefühle. Gerade in der Moderne wird zu sehr auf das Materielle im Menschen wertgelegt. Das spirituelle oder seine Seele kommen da zu kurz. Steigende Selbstmordzahlen und Depressionen sind klare Anzeichen hierfür.

Die spirituelle Anatomie des Menschen ist wichtiger als je zuvor…

Cemil Sahinöz
Publiziert in: Ayasofya Nr. 30, 2010, S.42-43

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(05.08.2008) Jesus im Islam

Jesus im Islam

Muslime, Christen und Juden führen alle ihren Ursprung auf den Propheten und Patriarchen Abraham zurück, und ihre drei Propheten sind direkte Nachkommen der Söhne Abrahams – Muhammed über den ältesten Sohn Ismael, und Moses und Jesus über Isaak (Friede auf ihnen allen).

Ein hervorstechender Aspekt des islamischen Glaubens an das Prophetentums ist es, dass die Muslime an alle Gesandten Gottes ohne Ausnahme glauben und sie achten. Da alle Propheten von dem Einzigen Gott kamen, für den selben Zweck, die Menschheit zu Gott zu leiten, ist der Glaube an sie wichtig und logisch; einige anzuerkennenden und andere zurückzuweisen muss auf Missverständnissen bezüglich der Rolle der Propheten beruhen oder auf rassistischen Vorurteilen.

Nur die Muslime betrachten den Glauben an alle Propheten Gottes als einen Glaubensartikel. So weisen die Juden Jesus und Muhammed zurück; die Christen weisen Muhammed zurück und in Wirklichkeit auch Moses, weil sie nicht an den Gesetzen, die er übermittelte festhalten. Die Muslime nehmen sie alle als Gesandte Gottes an, die der Menschheit Leitung brachten. Daher ist Muhammed (Friede sei mit Ihm) weder der erste noch der einzige Prophet, an den die Muslime glauben. Der Glaube an alle Gesandten Gottes ist Muslimen im Koran befohlen:

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(07.05.2002) Was sagt der Islam zu Jesus (as)?

WAS SAGT DER ISLAM ZU JESUS

Muslime, Christen und Juden führen alle ihren Ursprung auf den Propheten und Patriarchen Abraham zurück, und ihre drei Propheten sind direkte Nachkommen der Söhne Abrahams – Muhammed über den ältesten Sohn Ismael, und Moses und Jesus über Isaak (Friede auf ihnen allen).

Ein hervorstechender Aspekt des islamischen Glaubens an das Prophetentum ist, dass die Muslime an alle Gesandten Gottes ohne Ausnahme glauben und sie achten. Da alle Propheten von dem Einzigen Gott kamen, für den selben Zweck, die Menschheit zu Gott zu leiten, ist der Glaube an sie wichtig und logisch; einige anzuerkennenden und andere zurückzuweisen muss auf Missverständnissen bezüglich der Rolle der Propheten beruhen oder auf rassistischen Vorurteilen.

Nur die Muslime betrachten den Glauben an alle Propheten Gottes als einen Glaubensartikel. So weisen die Juden Jesus und Muhammed zurück; die Christen weisen Muhammed zurück und in Wirklichkeit auch Moses, weil sie nicht an den Gesetzen, die er übermittelte festhalten. Die Muslime nehmen sie alle als Gesandte Gottes an, die der Menschheit Leitung brachten. Der Glaube an alle Gesandten Gottes ist Muslimen im Koran befohlen:

Sprecht (ihr Gläubigen): „Wir glauben an Gott und an das, was uns (als Offenbarung) herabgesandt worden ist, und was Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und ihren Nachkommen (als Offenbarung) herabgesandt wurde, und was Moses und Jesus (von Gott) gegeben ward, und was den (anderen) Propheten von ihrem Erhalter (als Offenbarung) gegeben worden ist. Wir machen zwischen keinem von ihnen einen Unterschied und Ihm sind wir ergeben.“ (2:36)

Der Koran setzt fort, die Muslime darauf hinzuweisen, dass dies der wahre und unparteiische Glaube ist. Es gibt mindestens zwei wichtige Punkte bezüglich des Prophetentums, die geklärt werden müssen. Diese Punkte betreffen die Rollen von Jesus und Muhammed als Propheten, die gewöhnlich missverstanden werden.

Die koranische Darstellung von Jesus weist nachdrücklich die Vorstellung von „Göttlichkeit“ und „Gottes Sohn“ zurück und stellt ihn als einen der großen Propheten Gottes vor. Der Koran macht klar, dass die Geburt Jesus ohne Vater ihn nicht zu Gottes Sohn macht und erwähnt in diesem Zusammenhang Adam, der von Gott ohne Vater und Mutter erschaffen wurde:

Wahrlich, Jesus ist vor Gott gleich Adam. Er erschuf ihn aus Staub. Dann sprach Er zu ihm: „Sei!“, und er war. (3:59)

Die Muslime achten Jesus (Friede sei auf ihm) und seine Mutter Maria sehr. Ein Muslim spricht nie einfach von „Jesus“, sondern fügt immer den Satz hinzu „Frieden auf ihm“. Der Koran berichtet uns, dass Jesus durch ein Wunder ohne Vater geboren wurde. Er vollbrachte mit Gottes Hilfe als Prophet viele Wunder, unter anderem konnte er gleich nach seiner Geburt sprechen, um seine Mutter zu verteidigen und ihre Frömmigkeit zu bestätigen. Gott gab ihm noch andere Fähigkeiten wie z.B. das Heilen von Blinden und Kranken, das Wiedererwecken von Toten, das Formen eines lebendigen Vogels aus Ton und das Wichtigste: Er gab ihm eine Botschaft an die Menschen. Diese Wunder, die ihm Gott gab, bestätigten ihn als Propheten.

Weder Muhammed noch Jesus kamen, um die grundsätzliche Lehre vom Glauben an den einen Gott zu ändern, die von den früheren Propheten gebracht worden war, sondern sie bestätigten und erneuerten sie.

Cemil Şahinöz

Publiziert in: Ayasofya Nr.1, Mai 2002, S.21

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