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(05.08.2008) Jesus im Islam

Jesus im Islam

Muslime, Christen und Juden führen alle ihren Ursprung auf den Propheten und Patriarchen Abraham zurück, und ihre drei Propheten sind direkte Nachkommen der Söhne Abrahams – Muhammed über den ältesten Sohn Ismael, und Moses und Jesus über Isaak (Friede auf ihnen allen).

Ein hervorstechender Aspekt des islamischen Glaubens an das Prophetentums ist es, dass die Muslime an alle Gesandten Gottes ohne Ausnahme glauben und sie achten. Da alle Propheten von dem Einzigen Gott kamen, für den selben Zweck, die Menschheit zu Gott zu leiten, ist der Glaube an sie wichtig und logisch; einige anzuerkennenden und andere zurückzuweisen muss auf Missverständnissen bezüglich der Rolle der Propheten beruhen oder auf rassistischen Vorurteilen.

Nur die Muslime betrachten den Glauben an alle Propheten Gottes als einen Glaubensartikel. So weisen die Juden Jesus und Muhammed zurück; die Christen weisen Muhammed zurück und in Wirklichkeit auch Moses, weil sie nicht an den Gesetzen, die er übermittelte festhalten. Die Muslime nehmen sie alle als Gesandte Gottes an, die der Menschheit Leitung brachten. Daher ist Muhammed (Friede sei mit Ihm) weder der erste noch der einzige Prophet, an den die Muslime glauben. Der Glaube an alle Gesandten Gottes ist Muslimen im Koran befohlen:

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(29.11.2007) Die Frau (und der Mann) im Islam – Differente Bedeutung der Körperlichkeit im Islam und im Christentum

Die Frau (und der Mann) im Islam?

Differente Bedeutung der Körperlichkeit im Islam und im Christentum

 

Die meisten Bücher, die über den Islam geschrieben werden, tragen den Titel „Die Frau im Islam“. An einen Titel wie „Der Mann im Islam“ haben sich bisher nur wenige getraut. Auch findet man so gut wie keine Bücher zum Thema „Die Frau im Buddhismus“, „…im Hinduismus“, oder „… in der Scientology“.

 

Dabei herrscht aber eine große Unkenntnis über den Aufbau der Gemeinschaft, die der Islam schafft. Die starre Anwendung der einen Kultur auf die andere, bringt nicht nur falsche Ergebnisse sondern führt auch in eine Sackgasse. Einige der Unterschiede, die beachtet werden müssen, werden nun in dieser kurzen bescheidenden Arbeit skizziert.

 

In einigen Gesellschaften steht das Individuum im Zentrum der Betrachtungen. Im Islam jedoch, ist nicht das Individuum sondern die Gemeinschaft, die umma, das ausschlaggebende.

 

Die Ausblendung des Körpers ist ein zentraler Punkt einiger Gesellschaften. Es herrscht eine Leib- und Sexualfeindlichkeit. Es gibt eine horizontale Trennungslinie. Somit gibt es eine Körperlosigkeit. Im Islam ist dies aber gegenteilig. Der Islam hat eine vertikale Trennungslinie. Körper und Leib werden positiv bewertet (Mihyicazgan, 1994, S. 46).

 

Es gibt Gesellschaften, in denen der Körper als Übel der Existenz gilt. Die Augustinische Lehre von der Erbsünde führt zur Leibfeindlichkeit des Menschen. Sexuelle Bedürfnisse kommen demnach vom Teufel. So ist Leib eher mit Leiden als mit Lust zu assoziieren (siehe als Beispiel Jesus am Kreuz). Dieses Gedankengut führte dazu, dass in der Aufklärungszeit sowohl das Christentum als auch der Körper an Bedeutung verloren. Man spricht hier von einer Entkörperlichung. Die Gesellschaft wurde zu einem geschlechtsneutralen Raum. Diese Trennungslinie galt dann als „normal“ und „natürlich“. Andere Gesellschaften hätten sich daran zu halten, weil sie „gut“ sei. Allerdings ist sie nicht wirklich naturgebunden, sondern kulturell konstruiert (Mihyicazgan, 1993, S. 93ff).

 

 

In islamischen Gesellschaften sehen wir eine Trennung zwischen Mann und Frau im öffentlichen Raum. Aber nicht, weil der Mann über der Frau oder die Frau über dem Mann steht, sondern da der Körper anders wahrgenommen wird. Männer und Frauen haben überall im gesellschaftlichen Leben ihre eigenen Räume. Körper und Sexualität werden positiv bewertet. Sie, Mann und Frau, bilden in der Ehe eine Einheit (Mihyicazgan, 1993, S. 94ff)

 

Wenn solche Unterschiede nicht beachtet werden oder gar nicht bekannt sind, kann keine qualitative Analyse zu Stande kommen. Da man die Unterschiede nicht beachtet, glaubt man, die Trennung des öffentlichen Raumes in muslimischen Gesellschaften, wäre eine Unterdrückung des jeweils anderen Geschlechtes.

 

Themen wie z.B. das Kopftuch sind ein Paradebeispiel für die Sackgasse derartiger Arbeiten, die bestimmte Schablone auf islamische Gesellschaften zu übertragen versuchen. Das Kopftuch ist weder eine Erfindung des Propheten Muhammed noch eine Form der Unterdrückung an der Frau. Da der Körper im Islam positiv ist, gibt es sowohl für den Mann als auch für die Frau Bedeckungsformen. Die Verhüllung ist dann ein Ausdruck des Körperbewusstseins (Mihyicazgan, 1993, S. 95).

Cemil Sahinöz

Literatur:

  • Mihciyazgan U.: Die Macht der Kultur. Muslime in einer christlich geprägten Gesellschaft. In: Leggewie C., Senocak Z. (Hrsg.): Deutsche Türken. Das Ende der Geduld / Türk Almanlar. Sabrin Sonu. Rowohlt: Reinbeck bei Hamburg, 1993, S. 92-102
  • Mihciyazgan U.: Identitätsbildung zwischen Selbst- und Fremdreferenz. Überlegungen zur Beschreibung der Identität muslimischer Migranten. In: Schreiner P. (Hrsg.): Identitätsbildung in multikultureller Gesellschaft. Münster, 1994, S. 31-48

Publiziert in: Ayasofya, Nr.21, 2007, S.37

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(07.05.2002) Was sagt der Islam zu Jesus (as)?

WAS SAGT DER ISLAM ZU JESUS

Muslime, Christen und Juden führen alle ihren Ursprung auf den Propheten und Patriarchen Abraham zurück, und ihre drei Propheten sind direkte Nachkommen der Söhne Abrahams – Muhammed über den ältesten Sohn Ismael, und Moses und Jesus über Isaak (Friede auf ihnen allen).

Ein hervorstechender Aspekt des islamischen Glaubens an das Prophetentum ist, dass die Muslime an alle Gesandten Gottes ohne Ausnahme glauben und sie achten. Da alle Propheten von dem Einzigen Gott kamen, für den selben Zweck, die Menschheit zu Gott zu leiten, ist der Glaube an sie wichtig und logisch; einige anzuerkennenden und andere zurückzuweisen muss auf Missverständnissen bezüglich der Rolle der Propheten beruhen oder auf rassistischen Vorurteilen.

Nur die Muslime betrachten den Glauben an alle Propheten Gottes als einen Glaubensartikel. So weisen die Juden Jesus und Muhammed zurück; die Christen weisen Muhammed zurück und in Wirklichkeit auch Moses, weil sie nicht an den Gesetzen, die er übermittelte festhalten. Die Muslime nehmen sie alle als Gesandte Gottes an, die der Menschheit Leitung brachten. Der Glaube an alle Gesandten Gottes ist Muslimen im Koran befohlen:

Sprecht (ihr Gläubigen): „Wir glauben an Gott und an das, was uns (als Offenbarung) herabgesandt worden ist, und was Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und ihren Nachkommen (als Offenbarung) herabgesandt wurde, und was Moses und Jesus (von Gott) gegeben ward, und was den (anderen) Propheten von ihrem Erhalter (als Offenbarung) gegeben worden ist. Wir machen zwischen keinem von ihnen einen Unterschied und Ihm sind wir ergeben.“ (2:36)

Der Koran setzt fort, die Muslime darauf hinzuweisen, dass dies der wahre und unparteiische Glaube ist. Es gibt mindestens zwei wichtige Punkte bezüglich des Prophetentums, die geklärt werden müssen. Diese Punkte betreffen die Rollen von Jesus und Muhammed als Propheten, die gewöhnlich missverstanden werden.

Die koranische Darstellung von Jesus weist nachdrücklich die Vorstellung von „Göttlichkeit“ und „Gottes Sohn“ zurück und stellt ihn als einen der großen Propheten Gottes vor. Der Koran macht klar, dass die Geburt Jesus ohne Vater ihn nicht zu Gottes Sohn macht und erwähnt in diesem Zusammenhang Adam, der von Gott ohne Vater und Mutter erschaffen wurde:

Wahrlich, Jesus ist vor Gott gleich Adam. Er erschuf ihn aus Staub. Dann sprach Er zu ihm: „Sei!“, und er war. (3:59)

Die Muslime achten Jesus (Friede sei auf ihm) und seine Mutter Maria sehr. Ein Muslim spricht nie einfach von „Jesus“, sondern fügt immer den Satz hinzu „Frieden auf ihm“. Der Koran berichtet uns, dass Jesus durch ein Wunder ohne Vater geboren wurde. Er vollbrachte mit Gottes Hilfe als Prophet viele Wunder, unter anderem konnte er gleich nach seiner Geburt sprechen, um seine Mutter zu verteidigen und ihre Frömmigkeit zu bestätigen. Gott gab ihm noch andere Fähigkeiten wie z.B. das Heilen von Blinden und Kranken, das Wiedererwecken von Toten, das Formen eines lebendigen Vogels aus Ton und das Wichtigste: Er gab ihm eine Botschaft an die Menschen. Diese Wunder, die ihm Gott gab, bestätigten ihn als Propheten.

Weder Muhammed noch Jesus kamen, um die grundsätzliche Lehre vom Glauben an den einen Gott zu ändern, die von den früheren Propheten gebracht worden war, sondern sie bestätigten und erneuerten sie.

Cemil Şahinöz

Publiziert in: Ayasofya Nr.1, Mai 2002, S.21

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