Archiv der Kategorie: Rezensionen

Rezensionen, Buch- und Filmbesprechungen und Tipps

(24.02.2019) Buchrezension: Die große Heuchelei

Titel: Die große Heuchelei: Wie Politik und Medien unsere Werte verraten
Autor: Jürgen Todenhöfer
Verlag: Propyläen Verlag

Schon seit er 15 Jahre alt ist, reist Jürgen Todenhöfer um die ganze Welt. Dabei besucht er nicht nur Tourismusgebiete, sondern auch Orte, die man sonst nur negativ aus den Medienberichten kennt. Jemen, Syrien, Palästina, Israel, Saudi Arabien, Iran und Myanmar sind einige der Länder, in denen sich Todenhöfer ein eigenes Bild macht. Er guckt genau hin, differenziert, beobachtet und spricht mit den Menschen. Mit Opfern und mit Tätern – auch mit Hintermännern. So deckt er auch viele Ungereimtheiten auf. Sein Sohn Frederic begleitet ihn bei seinen Reisen und ist auch der Co-Autor des Buches.

Letztendlich rechnet Todenhöfer ab, vor allem mit der Politik und mit den Medien, denen er vorwirft, in vielen Fällen nur die halbe Wahrheit zu erzählen. Sein großes Fazit ist, dass die Militärinterventionen nicht der Demokratie, den Menschenrechten oder der Meinungsfreiheit dienen, sondern strategischen – vor allem wirtschaftlichen – Interessen.

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(06.06.2019) Buchrezension: Der Manga Maxizeichenkurs: Zeichnen wie die Profis

Titel: Der Manga Maxizeichenkurs: Zeichnen wie die Profis
Autor: Estudio Joso (Autor)
Verlag: Edition Michael Fischer / EMF Verlag

Das Zeichnen von Mangas ist seit einigen Jahren in die Mode gekommen. Viele neue Comics, Zeichentrickserien widmen sich dem Thema Manga. Um das Zeichnen von Mangas zu erleichtern, ist das folgende Buch ideal. Sowohl totale Anfänger als auch Profis können vom Maxizeichenkurs vieles lernen. Auf fast 400 Seiten erklärt Estudio Joso die besten Tricks zum Zeichnen von Kultfiguren im Manga-Stil. Dabei behandelt der Autor verschiedene Kapitel und Themen und zeigt in verschiedenen Stufen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen, wie man am effektivsten Mangas zeichnen kann.

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(21.10.2019) Buchrezension: Der Golemkönig

Titel: Der Golemkönig

Autor: Paluten, Haiko Hörnig

Verlag: Community Edition

Minecraft çizgi romanı yayınlandı

Almanya´nın en popüler YouTube´cularından olan Paluten yeni bir kitap yayınladı. 3,49 Milyon takipçisi olan ve sürekli bilgisayar oyunlarıyla ilgili çekimler yapan Paluten, Community Editions isimli yayınevinde ikinci kitabını yayınladı. Haiko Hörnig ile beraber kaleme aldığı „Der Golemkönig“ (Golem kralı) kitabının çizimlerini İrina Zinner yaptı.

 

Yaklaşık 100 sayfalık Minecraft oyunlarına göre hazırlanan çizgi romanın hikayesinde kahraman İggi, Golem kralının düzenlediği yarışmalara katılmak için antremanlar yapıyor. Ve arkadaşlarının da yardımıyla ve büyük bir çabayla yarışmalara katılmaya hak kazanıyor. Fakat İggi sonunda yarışmanın asıl sebebini öğreniyor ve kendisini heyecanlı bir maceranın içerisinde buluyor.

 

Kitap, özellikle çocuklara ve gençlere, fakat aynı zamanda da  her yaştan Minecraft oyuncusuna hitap ediyor. Kolay okunuşlu ve anlaması da kolay olan kitabın devamı da heyecanla bekleniyor.

 

e-Haber Ajansi, 21.10.2019

http://www.e-haberajansi.com/home/news_description/276/Minecraft-%C3%A7izgi-roman%C4%B1-yay%C4%B1nland%C4%B1

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(08.09.2018) Sarrazins feindliche Übernahme des Verstandes

Sarrazins feindliche Übernahme des Verstandes

Thilo Sarrazin. Ein Mann, der es sich auf die Fahne geschrieben hat, den Islam und die Muslime zu diffamieren. Sein zweites Buch trägt den Titel: „Feindliche Übernahme – wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht“. Cemil Şahinöz hat das Buch gelesen und sich eine Meinung gebildet.

 

Der ursprüngliche Verlag wollte das Buch von Thilo Sarrazin nicht drucken. Zu Recht. Dies ist keine Zensur. Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Doch Rassismus und Faschismus sind keine Meinung. Sie sind menschenverachtend und Gift für die Gesellschaft. Hass und Feindschaft sind das Ergebnis von Rassismus. Ein friedliches, gemeinsames Miteinander ist dann nicht mehr möglich.

 

Auf diese Art und Weise liest sich leider das Buch von Sarrazin. In jedem Kapitel spürt man einen puren Hass, ein narzisstisches Hochmut. Die “entwickelten Sarrazins“ auf der einen Seite und die “unterentwickelten Muslime“ auf der anderen Seite. So wie man es sozialdarwinistisch von Sarrazin aus vergangenen Büchern kennt. Die einen sind auf der Evolutionsleiter vorangeschritten, die anderen nicht. Der nächste Schritt wäre, dass man die, die nicht vorangeschritten sind, “einfach ´mal so“ auslöscht, damit die weitere Evolution nicht aufgehalten wird. So kennt man es z.B. aus Briefen von Darwin.

 

Sarrazin geht nicht so weit. Er ist erst dabei zu erklären, dass Muslime auf der Evolutionsleiter ganz unten sind. So wird auf jeder Seite klischeehaft, vorurteilhaft, ohne jegliche sachliche Überprüfung gegen Muslime und den Islam gehetzt.

 

Schon aus dem Untertitel und dem Klappentext wird deutlich, dass es Sarrazin nicht um eine objektive oder sachliche Analyse geht. Stattdessen werden negative und populistische Argumente aneinandergereiht.

 

Es wird ein Szenario entworfen, was oberflächlich folgendermaßen aussieht: Die Anzahl der Muslime in Deutschland wächst. Parallel fällt der Anteil der Nichtmuslime. Irgendwann gibt es mehr Muslime als Christen und mehr Moscheen als Kirchen. Und in diesem Prozess wird alles, was deutsch ist, ausgelöscht. So banal, so ideologisch, so aufgeladen sind die Theorien im Buch. Deshalb schlägt er auch vor, sofort den Zuzug zu stoppen. So relativiert z.B. auch den gegenwärtigen Völkermord an den muslimischen Rohingya. Laut Sarrazin fühle sich die buddhistische Mehrheit eben durch die muslimische Minderheit in ihrer kulturellen Identität bedroht. Genau dieses Szenario, nämlich der kulturellen Entfremdung, zeichnet aber Sarrazin für Deutschland.

 

Im ersten Kapitel macht sich Sarrazin zum Theologen. Dabei ist seine Interpretation von Koran und der Aussprüche des Propheten Muhammed genauso radikal, wie die der Salafisten, die ebenfalls den Kontext von Textstellen ausblenden. Ein solches wortwörtliches Verständnis des Korans wird von 99% der Muslime abgelehnt. Sarrazin ist das egal, er nutzt dieses wortwörtliche Verständnis, um zu polarisieren. Ein wortwörtliches Koranverständnis kann demnach sowohl zum rechten als auch zum religiösen Fanatismus führen.

 

Wenn Sarrazin z.B. schreibt, dass in großen Teilen der “muslimischen Welt“ junge Mädchen beschnitten werden oder das muslimische Frauen sich nicht scheiden lassen können oder das eine Heirat unter Verwandten erlaubt sei, ist das kompletter Unsinn und widerspricht sowohl der islamischen Theologie als auch der Praxis. Mit nur wenig Aufwand hätte der Autor überprüfen können, dass diese und andere Fakten komplett gegen das islamische Verständnis sind. Aber auch sonst sind einfache Fakten, wie Ortsnamen, Jahreszahlen, Namensschreibweisen oder Koranverse ebenfalls falsch.

 

Auch seine gefühlten unendlichen Statistiken, die er auch schon in vergangenen Büchern verwendete, sollen zeigen: der Muslim ist einfach dumm. Das hat er in den Genen. Und die “islamischen Länder“, was immer das auch sein soll, sind rückständig. Dass er dabei in seinen Statistiken sogar Länder, in denen Muslime in der Unterzahl sind, also “islamische Länder“ verkauft, wie z.B. einige afrikanische Länder, ist ihm gelichgültig. Denn wie Winston Churchill schon einmal sagte, „Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast.“ So versucht Sarrazin auf mehreren Seiten mit Zahlen zu “beweisen“, dass der Islam eine Gefahr ist.

 

Auch hat man an vielen Stellen das Gefühl, dass Sarrazin den Islam als eine Ethnie wahrnimmt. So schreibt er dann immer über „die Muslime“ oder „die Kultur der Muslime“ und lässt völlig außer Sicht, dass der Islam ein Glaube ist und keine Ethnie. Pauschal hat man das Gefühl, dass er insgesamt alle Araber, Türken und Afrikaner als Muslime bezeichnet. Und alle anderen als Nichtmuslime. Dass es aber auch Araber, Türker, Afrikaner gibt, die keine Muslime sind und Millionen von Europäern, Amerikanern und vielen anderen, die Muslime sind, blendet er aus. Denn das würde mindestens die Hälfte seiner Theorien und Statistiken entkräften.

 

Auch die “Geschichte des Islams“ wird im Buch katastrophal wiedergegeben. Diese Geschichte deckt sich weder mit islamischen Quellen noch mit islamkritischen Quellen, die wenigstens eine sachliche Analyse leisten. Sarrazins “Geschichte des Islams“ dagegen liest sich wie eine Märchenstunde von Goebbels. Frei erfunden, vollgepackt mit Schreckensbildern, ohne jegliche Quelle.

 

Sarrazin und andere ähnlich argumentierende Autoren überspringen bewusst die vielen Jahrhunderte, in denen islamische Wissenschaftler die Fundamente der heutigen modernen Wissenschaft legten. Insbesondere das Mittelalter wird nur aus der Perspektive Europas betrachtet, als hätte die ganze Welt in dieser Zeitepoche wie Europa stagniert. Intellektuelle, kulturelle und wissenschaftliche Errungenschaften in Andalusien werden dadurch ausgeblendet. Mit dieser Betrachtungsweise entwickelt Sarrazin in seinem Buch eine Überheblichkeit, die an Narzissmus grenzt, und versucht damit dem Islam eine Rückständigkeit vorzuwerfen.

 

Im letzten Kapitel letztendlich wird Sarrazin zum “Pegida“-Versteher. Rassistische Kritik wird relativiert und die Angst vor dem Fremden wird permanent als Realität verkauft. Pegida, AfD, Reichsbürger und Selbstverwalter werden so zu “besorgten“ Bürger, denen man doch Verständnis zeigen müsste.

 

Insgesamt ist das Buch leider eine Bestätigung des Erwachens der rechten Kräfte in Europa. Vor 15 Jahren wäre ein solches Buch als Bestseller undenkbar. Zumindest hätte die große Mehrheit das Buch als überteuertes Klopapier genutzt. Gegenwärtig ist die Konjunktur jedoch bestens geeignet für solche sozialdarwinistischen und hetzerischen Thesen.

 

 

Cemil Şahinöz, IslamIQ, 08.09.2018
http://www.islamiq.de/2018/09/08/sarrazins-feindliche-uebernahme-des-verstandes/

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(04.07.2018) Buchrezension: Fünf Jahre meines Lebens: Ein Bericht aus Guantanamo

Titel: Fünf Jahre meines Lebens: Ein Bericht aus Guantanamo

Autor: Murat Kurnaz

Verlag: Rowohlt

 

Das Buch liest sich wie ein spannender Roman, ein packender Thriller. Auf jeder Seite ist man gespannt auf die nächste Seite. Doch das ganze ist kein fiktiver Roman, sondern pure Realität, wie es ein Roman nicht besser hätte darstellen können. Murat Kurnaz verbrachte Februar 2002 bis August 2006 fünf Jahre seines Lebens im US-Militärgefängnis Guantanamo, welches später als Folteranlage bekannt wurde. Dabei war Kurnaz erst gerade 20 Jahre alt. In diesen jungen Jahren musste er durch eine gespenstige Zeit. Erst nach dem bekannt wurde, dass es einen „Fehler“ gab, ein „Missverständnis“, darf Kurnaz wieder nach Deutschland, zu seiner Heimatstadt Bremen zurück. Doch nicht nur die US-Behörden, auch die deutschen Bundesregierung und die Bundeswehr beschuldigt Kurnaz im Buch. Das Buch wurde später 2013 auch verfilmt.

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(04.07.2018) Buchrezension: Religionsmonitor 2008

Titel: Religionsmonitor 2008

Autor: Bertelsmann Stiftung

Verlag: Bertelsmann Stiftung

 

Der Religionsmonitor der Bertelsmann Stiftung liefert weiterhin wichtige Daten zur Religiosität der Menschen weltweit. Auch 10 Jahre nach dem Erscheinen der Arbeit, ist sie eins der wichtigsten Quellen in diesem Themenfeld. Hierfür wurden weltweit über 21.000 Menschen in einer repräsentativen Untersuchung befragt. Repräsentanten aller großen Weltreligionen wurden umfassend analysiert. Deutschland, Österreich und Schweiz wurden in einem zweiten Schritt noch weiter durchleuchtet. Fragen wie „Welchen Einfluss hat die Religiosität auf politische Entscheidungen, auf die Erziehung der Kinder, auf den Umgang mit der Natur, der Sexualität oder die Bewältigung von Lebenskrisen? Welche Vorstellungen gibt es von Gott?“ werden dadurch nachvollziehbarer und vor allem interreligiös vergleichbar. Die Forschungsarbeit ist daher nicht nur eine theologische Auseinandersetzung, sondern eine interdisziplinäre, an dem Psychologen, Religionswissenschaftler, Soziologen und Theologen gemeinsam forschten.

 

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(04.07.2018) Buchrezension: Islam und Psychologie

Titel: Islam und Psychologie

Autor: Ibrahim Rüschoff, Paul M. Kaplick (Hrsg.)

Verlag: Waxmann

 

Ibrahim Rüschoff ist eine Ikone unter den deutschsprachigen Psychologen. Schon seit über 30 Jahren beschäftigt er sich mit dem Themenfeld der Psychologie im Islam. Seine Erkenntnisse sind im vorliegenden Band gut zusammengefasst. So liefern er und Kaplick ein Sammelband mit Artikeln zum Thema Psychologie und liefern eine sehr gute Sicht auf die Entwicklungen und Diskussionen des Themenfeldes in den letzten 50 Jahren innerhalb der islamischen Community. Dabei werden auch ganz widersprüchliche Ansätze vorgestellt, die aber wichtig sind, um die Diskussionen unter muslimischen Psychologen weltweit zu verstehen. U.a geht es in diesen Konzepten um den „islamischen“ Entwurf eines Menschenbildes und wie die Psychotherapie auf dieses Bild reagieren kann. Auch ist es Thema, wie die „westliche“ Psychologie in Ländern mit überwiegend Muslimen aufgenommen wurde. Das Band bietet daher ein breites und spannendes Feld an Diskussionen. Sie ist daher eine Pflichtlektüre für alle zukünftigen muslimischen Psychologen, Psychiater und Psychotherapeuten.

 

 

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