(09.10.2017) Nach dem Abitur zum IS? Radikalisierung auch an deutschen Schulen

Nach dem Abitur zum IS? Radikalisierung auch an deutschen Schulen

 

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Im „Bündnis Islamischer Gemeinden in Bielefeld“ (BIG) sind einige Imame organisiert. Für Cemil Sahinöz, den BIG-Vorstandsvorsitzenden, sind Imame, die in Moscheen radikalisierend wirken, absolute Ausnahmen.

„Es ist meistens so, dass man solche Radikale eher in Moscheegemeinden wiederfindet, die eben nicht den bekannten großen islamischen Verbänden angehören“, sagte er gegenüber Sputnik. „Das sind eher Unabhängige, die sich irgendwo in Hinterhöfen bilden, die erstmal augenscheinlich nicht als Moscheegemeinde auffallen. Die auch nicht unbedingt eine große Kommunikation mit der umliegenden, muslimischen Community haben.“ Das seien sogenannte Randmoscheen.

Die Imame würden stets durch Moschee und Islamverein kontrolliert. „Wir sind auch ständig mit dem Verfassungsschutz, mit der Polizeidirektion oder anderen Präventionsangeboten gegen Salafismus in Kontakt.“ Falls ein radikaler Imam auffalle, würde sofort die zuständige Moscheegemeinde eingreifen und ihn „rausschmeißen“.

Das Problem entstehe nicht in den Moscheegemeinden, sondern durch „vereinzelte Personen“, die sich radikalisierten. Der Erstkontakt erfolge durch das Internet. „Die Radikalisierung findet nicht in gefestigten Standorten wie den Moscheegemeinden statt, wo eine ganz klare Theologie gegen den Extremismus gelehrt wird.“

Schleiertaktik, um wahre Ziele zu verbergen?

Weshalb werden dann bestimmte Moscheen wie die Dar-as-Salam-Moschee oder die Ibrahim al-Khalil-Moschee in Berlin vom Verfassungsschutz beobachtet? „Das sind die bereits angesprochenen Randmoscheen. In Deutschland gibt es 2.000 Moscheen. Und von diesen sind es gerade mal an die 15 Moscheen, die mit Salafismus im Verfassungsschutzbericht auftauchen.“ Das sei gerade mal eine „Handvoll an Moscheen.“

Islamismus-Kenner verweisen immer wieder auf ein bekanntes Muster, wonach radikale Imame sich öffentlich vom Islamismus distanzieren, insgeheim aber doch salafistische Ziele verfolgen. Dem entgegnete der BIG-Sprecher: „Ich weiß nicht, ob man da von einer Schleiertaktik sprechen kann. Die Salafisten sind ja eher sehr, sehr offensiv. Ich sehe da eher eine offensive Art der Strategie.“
RIA Novosti Deutschland (Sputnik News Agency), 09.10.2017
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