(14.06.2011) Vortrag zum Thema Wahhabiten und Salafisten

Vortrag zum Thema Wahhabiten und Salafisten

Cemil Sahinöz vertritt seinen Islam auf moderne Weise, dass wurde gleich zu Beginn seines engagierten und intelligent wirkenden Vortrages deutlich. Er mag offensichtlich den klaren Diskurs, den Austausch gegensätzlicher Argumente unter Respektierung der Persönlichkeit des Andersdenkenden.
Anhand von einer Reihe von Vortragsfolien erklärte er die theologischen Grundlagen von Wahhabiten und Salafisten und machte deutlich wo sie in der Interpration der islamischen Schriften falsch liegen würden. Diese Darlegungen waren eigentlich nur für Kenner des Islam verständlich.


Cemil Sahinöz (Dipl. Soziologe und Doktorand der Theologie) hält seinen engagierten, mit vielen Details gespickten und die Zuhörer fesselnden Vortrag.

Dr. S. Walter, Leiter von NEIS vom Nds. Verfassungsschutz, sprach die Begrüßungsworte zu dieser Veranstaltung und sah diese im Kontext des Eintretens für die demokratischen Werte. Es wurde die Aufklärungsbroschüre „Andi“ verteilt, die schildert wie Islamisten junge Menschen gewinnen, wie sich ihnen in den Weg gestellt werden kann und was die demokratischen Werte sind.

Der Referent Cemil Sahinöz ist Dipl. Soziologe und Doktorand der Theologie. Anhand einer Reihe von Vortragsfolien erklärte er die theologischen Grundlagen von Wahhabiten und Salafisten und machte aus seiner Sicht deutlich, wo sie in der Interpretation der islamischen Schriften falsch liegen würden. Diese Darlegungen waren nur für Kenner des Islam verständlich.

Eindrucksvoll war die Darstellung einiger Verhaltensweisen von Salafisten. Sie orientieren sich nahezu ausschließlich an dem, was ihr Prophet Mohammed kannte und selbst auch gemacht hat. So lehnen sie die Benutzung von Besteck ab, essen also mit den Fingern und lassen sich nicht filmen. Die Erklärung ihrer Anwendungen von Youtube und Autos würde sie dann allerdings in Erklärungsnöte bringen, so Cemil Sahinöz.

Sie würden alle, die nicht genau ihre Interpretation teilen, als Feinde des Islam ansehen, die dann eben gegebenenfalls auch den Tod verdienen würden.

Die Salafisten in der Ausrichtung eines Pierre Vogel ziehen derzeit viele junge Menschen in ihren Bann. Das sei zu einer echten Gefahr für die islamischen Verbände geworden, die sich diesem Problem überhaupt noch nicht stellen würden. Das sei ein riesiger Fehler, führte der Referent aus. Dieses hier sei die erste Veranstaltung dieser Art und es müßten unbedingt ganz viele folgen.

Im Publikum saßen zwei Salafisten, die sich auch an der Diskussion beteiligten. Es folgte ein wiederum schwer verständlicher theologischer Schlagabtausch zwischen Ihnen und dem Referenten Cemil Sahinöz.

Eine anwesende Muslimin stellte die Frage, wie sie sich denn verhalten sollte, wenn sie in einer Mosche von einem Salafisten angesprochen würde. Der Referent konnte keine allgemeingültige Antwort geben, sondern verwies darauf, dass es auf die Persönlichkeit des Salafisten ankäme.

Cemil Sahinöz selbst vertritt seinen Islam auf moderne Weise, dass wurde gleich zu Beginn seines engagierten und intelligent wirkenden Vortrages deutlich. Er mag offensichtlich den klaren Diskurs, den Austausch gegensätzlicher Argumente unter Respektierung der Persönlichkeit des Andersdenkenden. So lehnt er die von Islamisten verächtlich benutzte Formulierung „Kufar“ für Nichtmuslime ab.

Avni Altiner, Vorsitzender der Schura Niedersachsen, begrüßte ebenfalls diese Veranstaltung, sah in erster Linie die Muslime als Opfer der Salafisten und man sollte sie u.U. auch anzeigen.

Am Ende der Veranstaltung ergriff der Berichterstatter die Gelegenheit mit einerm Salafisten ins Gespräch zu kommen. Er käme aus der Nordstadt, sagte er, und habe bei den Grauen Wölfen die Koranschule besucht. Er fühle sich von ihnen heute nicht mehr religiös vertreten und lehne sie ab.

Ich fragte Ihn nach der Rolle der Frau im Islam und was Muslimen droht, wenn sie keine Muslime mehr sein wollen.

Er drückte sich vor einer klaren Antwort. Mir waren jedoch Ausweichtaktiken bekannt. So versuchte er mit Worten wie der „Gleichwertigkeit“ von Mann und Frau zu kontern. Gleichwertigkeit ist jedoch nicht gleichbedeutend mit Gleichberechtigung, die die Bevormundung ausschließt. Gleichwertigkeit wird von solchen Muslimen im Einklang mit der Bevormundung durch Brüder und Ehemänner gesehen. Schließlich verwies er auf die komplizierte Frage der religiösen Auslegung ohne sich direkt festzulegen. Dann versuchte ich es mit der Todesstrafe bei Abfall vom Islam. Hier gelang es mir ihn zu einer klaren Äüßerung zu bewegen. Denn schließlich sagte er deutlich und wiederholt: Wer vom Islam abfällt dem gebührt die Todesstrafe, so wie es bei Christen „nach der Bibel auch sei“.

Als Mangel der Veranstaltung könnte gesehen werden, dass die kritischen Fragen, an denen man die Demokratiefähigkeit des Islam messen kann, nicht angesprochen wurden.

* Die Freiheit des Individuums, Menschenrechte

* Trennung von Religion und Politik, Demokratie

* Gleichberechtigung der Frau

Das der Islam – wie andere Religionen auch – recht unterschiedlich daher kommt ist bekannt und wurde auf der Veranstaltung anhand der Salafisten auch sichtbar. Daher hat es besondere Bedeutung etwas näher zu schauen, um welchen Islam es sich jeweils handelt. Immerhin gibt es in Deutschland drei bis vier Millionen bekennende Muslime und weltweit herrscht ein demokratiefeindlicher Islam vor.

Das diese Themen von wichtigen Muslimen nicht im demokratischen Sinne beantwortet werden, konnte der Berichterstatter selbst vor einiger Zeit im Haus der Religionen in der Südstadt erleben.

Dort sah der muslimische Referent das Wertesytem „Mensch“ des Westens dem System „Allah“ des Islam gegenüber.

Klaus Öllerer, Hallo Linden, 14.06.2011

http://www.hallolinden.de/2011/html/bericht_31-11.html

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