(03.12.2009) Begegnung auf Augenhöhe

Universität: Podiumsdiskussion über die Wahrnehmung der Muslime in Deutschland

Begegnung auf Augenhöhe

Mittlerweile ist es kaum mehr mög-lich, keine Meinung zur Integrationsdebatte zu haben. Das dachte sich zumindest die muslimische Hochschulgruppe (MSH) und hat zum Meinungsaustausch über die Wahrnehmung der Muslime in Deutschland eingeladen.

Zu diesem Anlass kamen Experten aus unterschiedlichen Glaubens- und Fachrichtungen an die Universität Mannheim: Neben den Soziologen Hartmut Esser und Cemil Sahinöz äußerten sich der Mannheimer SPD-Integrationsbe-auftragte Ulrich Schäfer und Sulei-man Wilms, Chefredakteur der „Islamischen Zeitung“. In einem vollen Hörsaal diskutierten die vier Referenten angeregt über verschiedene Islambilder, die öffentliche Darstellung der Muslime in den Medien und Gründe für mögliche Islamophobie.

Im Zentrum der Auseinandersetzung stand die Aussage, dass Integration nur dann erfolgreich sein kann, wenn beide Seiten ihren Teil dazu beitragen. „Ein häufiger Grund für Berührungsängste ist Unwissen. Im Jungbusch, wo Christen und Muslime seit Jahren neben- und miteinander leben, gibt es weit weniger Integrationsprobleme als in anderen Stadtteilen“, so Ulrich Schäfer. Daher ermutigte er die Muslime, sich aktiv in das politische und kulturelle Geschehen der Stadt einzubringen.
Bereicherung für Hochschulen

Im Verlauf der Diskussion wurde auch wiederholt die Forderung nach Chancengleichheit laut. Dabei be-tonte Cemil Sahinöz: „Besonders die Doppelbelastung vieler Muslime als Arbeiterkinder mit Migrationshintergrund führt oft zu einer schlechteren Basis für Bildung.“ Doch erfolgreiche Integration, so die Referenten, ist nicht allein Sache des Spracherwerbs, sondern kann nur durch Begegnungen auf Augenhöhe erzielt werden. Um einen solchen Dialog zu ermöglichen ist die Universität wie geschaffen. Denn in einem Punkt waren sich alle einig: Die Integration der Muslime bietet viele Chancen für die Gesellschaft. Gerade an Hochschulen sind Heterogenität, Zweisprachigkeit und die Kenntnis unterschiedlicher Kulturen eine Bereicherung.

Hakan Peker, Student der Wirt-schaftsinformatik und erster Vorsit-zender der MSH, wertete die Dis-kussion als Erfolg. Die Veranstal-tung habe nicht nur Öffentlichkeit für ein sensibles Thema herstellen, sondern auch einen Beitrag im in-terkulturellen Dialog leisten kön-nen. cmt/til

Mannheimer Morgen
11. November 2009
http://www.morgenweb.de/region/hochschule/20091111_srv0000005008570.html

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter News, Berichte, Presse

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.