(21.09.2009) Eine Dattel zum Ende des Fastens

Eine Dattel zum Ende des Fastens

 

haber (159)

 

 

Halle (Cami). Das Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan feierte am vergangenen Freitag die 200-köpfige Diyanet-Gemeinde Halle. Mit dem Verspeisen einer Dattel wurde die 28-tägige Fastenzeit symbolisch beendet. Im Sinne des interkulturellen Dialogs nahmen an dem Gebet und dem anschließenden Festessen auch Vertreter aus der Politik teil: Die Bürgermeister Anne Rodenbrock-Wesselmann (Halle), Klaus Besser (Steinhagen), Marion Weike (Werther) und Thorsten Klute (Versmold) bekundeten ihr Interesse an der anderen Kultur.

„Das Fasten bedeutet für uns eine geistige und körperliche Veränderung. Es ist eine Art Besinnug auf die wesentlichen Dinge des Lebens”, versucht Gemeindemitglied Cemil Sahinöz den Geist des Ramadan zu beschreiben. „Es geht darum, dem Schöpfer Dank zu erweisen und eine Brücke zu bauen zwischen den Menschen”, so der Integrationsbeauftragte. Das Fasten (Saum) gehört neben dem Glaubensbekenntnis (Schahada), dem Gebet (Salat), der Almosensteuer (Zakat) und der Pilgerreise nach Mekka (Haddsch) zu den fünf Säulen des Islam.

Das Konzept des islamischen »Saum« fordert während des Ramadans Enthaltsamkeit in allen Bereichen des Lebens: von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang sind weder Essen noch Trinken erlaubt. Ebenso verhält es sich mit dem Rauchen und dem Geschlechtsverkehr. Erst mit Einbruch der Nacht werden alle Verbote bis zum Morgengrauen aufgehoben. „Wer sich nicht an den Koran hält, muss dies allein vor Gott verantworten”, verdeutlicht Sahinöz den Unterschied zur katholischen Beichte und Buße. Verpflichtend ist die Teilnahme am Fasten für jeden erwachsenen und körperlich gesunden Muslim. Ausgenommen sind Frauen in der Schwangerschaft, Reisende, Soladaten und Schwerarbeitende.

Zusammen mit den geladenen Gästen aus der Politik, feierten die Mitglieder der Diyanet-Gemeinde das Ende des Fastenmonats. Ein Gebet des Imam Yusuf Özel leitete die Zeremonie ein. Im Gebetsraum für Männer beobachteten die vier Bürgermeister interessiert das Geschehen und aßen gemeinsam mit den Gläubigen die symbolische Dattel zum Zeichen des Fastenbrechens. Im Anschluss widmeten sich alle dem üppigen Essen. Der Borgholzhausener Bürgermeister Clemes Keller konnte an den Feierlichkeiten nicht teilnehmen, bekundete sein Interesse jedoch mit einem Besuch am vergangenen Montag.

Auf die Frage, ob das Fasten in Deutschland nicht schwerer falle als in einem haupsächlich islamischen Land, entgegnet Cemil Sahinöz: „Der Ramadan ist in Deutschland längst angekommen. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass deutsche Mitbüger aus Solidarität in ihrer Mittagspause auch mal auf den Kaffee verzichten”.

Als Zeichen der sozialen Verantwortung leisten Gläubige die sogenannte Zekat-Abgabe, eine Armensteuer, die 2,5 Prozent ihres Vermögens ausmacht. Daneben ist das abendliche gemeinsame Essen mit Famlie und Freunden dazu gedacht, zwischenmenschliche Kontakte zu festigen. „Die soziale Ader pulsiert in dieser Zeit stärker. Das Gemeinschaftsgefühl wächst mit der Zeit immer mehr”, beschreibt Sahinöz.

Den Anfang und das Ende des Ramadan bestimmen die Phasen des Mondes. Durch die Berechnung nach dem Lunarkalender rückt der Beginn des Fastenmonats jährlich zehn Tage vor. In den Wintermonaten sind die Stunden des Fastens entsprechend kürzer.

Haller Kreisblatt, 21.09.2009

http://www.haller-kreisblatt.de/hk-templates/nachrichtendetails/datum/2009/09/21/eine-dattel-zum-ende-des-fastens/

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter News, Berichte, Presse

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s