(14.11.2007) Buchrezension: Der Zweiklassenstaat

Der Zweiklassen Staat (Karl Lauterbach)

SEIT PISA wissen wir es ja. Das Bildungssystem enthält Mechanismen, die dazu führen, dass die „eigenen Staatsbürger“ bessergestellt sind als Menschen anderer staatlicher oder sprachlicher und kultureller Herkunft. Soziale und ethnische Herkunft haben einen Einfluss auf Schulleistungen und Bildungschancen.

Der Politiker Karl Lauterbach zeigt nun in seinem Werk „Der Zweiklassen Staat“, erschienen im rowohlt Verlag, wie die Privilegierten Deutschland ruinieren. Lauterbach, der einer der führenden Sozialexperten Deutschlands ist, deckt auf, wie unsozial und ineffizient die System des Staates arbeiten.

Mit empirischen Daten zeigt er, dass Privilegierte den Staat systematisch ausnutzen und Arbeiter- und Migrantenfamilien dabei die Verlierer sind. Daher stellt er die These auf, dass in Deutschland eine zweiklassen Gesellschaft herrscht. Somit fordert Lauterbach eine Umkehr: mehr Bildungschancen für die Ärmsten, gerechte Gesundheits-, Renten- und Pflegesysteme sowie die konsequente Beschneidung der Privilegien, die von Politikern und Lobbys verteidigt werden.

Durch seine Erfahrung als Politiker gibt Lauterbach Tatsachen, die bisher unbekannt waren, sehr realistisch und überzeugend wider. Alles in einem ist das Buch eine recht interessante Aufstellung einer Ungerechtigkeit.

Ein Muss für jeden, der sich für Gesellschaftsthemen interessiert.

Cemil ŞAHİNÖZ

Erschienen in: Hürriyet – 09.11.2007

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