(15.02.2007) Die fantastische Anwendung der Logik

Die fantastische Anwendung der Logik

Ein kleines Erlebnis

 

aus dem Buch: „Wer Bist Du? Die Reise des Menschen“ von Cemil Sahinöz.

 

 

An einer Bildungsanstalt:

Ein Professor der Philosophie steht vor seiner Klasse und bittet einen seiner neuen Studenten aufzustehen.

„Du bist Muslim, nicht wahr?“

„Ja, Herr Professor.“

„Also glaubst du an Gott?“

 

„Absolut.“

„Ist Gott gut?“

„Natürlich! Gott ist gut.“

„Ist Gott allmächtig? Kann Gott alles tun?“

„Ja.“

Der Professor grinst wissentlich und überlegt für einen Moment. „Hier ist etwas für dich. Sagen wir, es ist eine kranke Person hier und du kannst sie heilen. Du kannst es. Würdest du ihr dann helfen? Würdest du es versuchen?“

„Ja Herr Professor, ich würde.“

„Also bist du gut…!“

„Das würde ich nicht sagen.“

„Warum würdest du das denn nicht sagen? Du würdest einer kranken und verkrüppelten Person helfen, wenn du könntest, die meisten würden dies tun, wenn sie könnten… Gott tut es nicht.“

[Keine Antwort]

„Er tut es nicht, oder doch? Mein Bruder war ein Muslim der an Krebs starb, obwohl er Gott darum bat ihn zu heilen. Wie ist dieser Gott gut? Hmmm? Kannst du das beantworten?“

[Keine Antwort]

Der ältere Mann ist verständnisvoll. „Nein, du kannst nicht, oder kannst du?“

Er nimmt einen Schluck Wasser aus dem Glas auf seinem Schreibtisch, um dem Studenten Zeit zu geben, sich zu entspannen.

„In der Philosophie, darf man nicht zu hart mit den Neuen umgehen. Lass uns nochmals beginnen, junger Freund.“

„Ist Gott gut?“

“ Äh…. Ja.“

„Ist Satan gut?“

„Nein.“

„Wo kommt Satan her?“

Der Student stockt. „Von… Gott…“

„Das ist richtig. Gott erschuf Satan, nicht wahr?“

Der ältere Mann fährt mit seinen knochigen Fingern durch sein dünnes Haar und wendet sich an die grinsenden Studenten.

„Ich denke wir werden viel Spaß haben dieses Semester, meine Damen und Herren.“

Er dreht sich wieder zum Muslim. „Sag mir, gibt es Übel in dieser Welt?“

„Ja, Herr Professor.“

„Übel gibt es überall, wohin man nur sieht, nicht wahr? Hat Gott alles erschaffen?“

„Ja.“

Wer hat das Übel erschaffen?

[Keine Antwort]

„Gibt es Krankheit auf dieser Welt? Unmoral? Hass? Hässlichkeit? All diese schrecklichen Dinge – existieren sie in dieser Welt?“

Der Student dreht sich hin und her. „Ja.“

„Wer erschuf es?“

[Keine Antwort]

Der Professor schreit seinen Studenten plötzlich an.

„Wer erschuf es? Sag es mir, bitte!“

Der Professor nähert sich bedrohlich und schaut in das Gesicht des Muslims. Mit einer leisen Stimme: „Gott erschuf all das Übel, nicht wahr?“

[Keine Antwort]

Der Student versucht die Ruhe zu bewahren, starrt ihn an und scheitert. Plötzlich bricht der Lektor los um seine Klasse anzufallen, wie ein alternder Panther. Die Klasse saß wie gebannt. „Sagt mir“ setzt er fort, „Wie kommt es, dass dieser Gott gut ist, wenn er das ganze Übel zu allen Zeiten erschuf?“ Der Professor schwenkt seinen Arm umher, um die Schlechtheit der Welt zu umfassen. „All der Hass, die Brutalität, all der Schmerz, all die Qualen, all der Tod und die Hässlichkeit und all diese Leiden geschaffen von diesem guten Gott ist alles in dieser Welt, nicht wahr, junger Mann?“

[Keine Antwort]

„Siehst du es denn nicht überall, um dich herum? Huh? Pause. Siehst du es nicht?“ Der Professor lehnt sich erneut an das Gesicht des Studenten und flüstert, „Ist Gott gut?“

[Keine Antwort]

„Glaubst du an Gott?“

Die Stimme des Studenten enttäuscht ihn und bricht. „Ja, Herr Professor. Das tue ich.“

Der Professor ist enttäuscht und sagt „Die Wissenschaft sagt, du hast fünf Sinne, die du verwendest um die Welt um dich zu identifizieren und zu beobachten. Du hast Gott nie gesehen, oder etwa doch?

„Nein, Herr Professor. Ich habe ihn nie gesehen.“

„Dann sag uns, hast du deinen Gott jemals gehört?“

„Nein, Herr Professor. Das habe ich nicht.“

„Hast du deinen Gott jemals gefühlt, oder gekostet, oder gerochen…kurz, hattest du irgendeine sinnliche Erfassung deines Gottes, wie auch immer?“

[Keine Antwort]

„Antworte mir bitte!“

„Nein, Herr Professor, Ich fürchte das habe ich nicht.“

„Du fürchtest… du hast nicht?“

„Nein, Herr Professor.“

„Dennoch glaubst du an Ihn?“

„…ja…“ „Das verlangt Glauben!“

Der Professor lächelt weise bei dieser Unterstreichung. „Nach den Regeln vom empirischem, überprüfbarem, demonstrierbarem Protokoll, sagt die Wissenschaft dass dein Gott nicht existiert. Was sagst du dazu? Wo ist dein Gott jetzt?“

[Der Student antwortet nicht]

„Setz dich bitte hin.“ Der Muslim setzt sich…Geschlagen.

Ein anderer Muslim erhebt seine Hand.

„Professor, darf ich mich an die Klasse wenden?“

Der Professor dreht sich und lächelt. „Ah, noch ein Muslim! Komm, komm, junger Mann. Sprich ein paar weise Worte zu der Versammlung.“ Der Muslim sieht sich im Raum um.

„Herr Professor. Jetzt habe ich einmal eine Frage an Sie. Gibt es etwas wie Wärme?“

„Ja,“ antwortet der Professor, „es gibt Wärme.“

„Gibt es etwas wie Kälte?“

„Ja, es gibt auch Kälte.“

„Nein, Herr Professor, das gibt es nicht.“

Das Lächeln des Professors erstarrt. Im Raum wird es plötzlich ganz kalt. Der zweite Muslim setzt fort.

„Sie können verschiedene Arten von Hitze haben, mehr Hitze, Super-hitze, Mega-hitze, Weiße Hitze, ein wenig Hitze oder keine Hitze aber wir haben nichts was sich „Kälte“ nennt. Wir können 458 Grad unter Null erreichen, was bedeutet, dass keine Hitze vorhanden ist, aber wir können nicht weiter gehen als das. Es gibt nichts, wie Kälte, andernfalls müssten wir imstande sein weiter in die Kälte zu gehen als -458. Sie sehen Herr Professor, Kälte ist lediglich ein Wort, dass wir verwenden um das nicht-vorhandensein von Hitze zu beschreiben. Wir können Kälte nicht messen. Wärme können wir in thermischen Einheiten messen, da Wärme Energie ist. Kälte ist nicht das Gegenteil von Wärme, sondern nur die Abwesenheit davon.“

Stille….. Eine Nadel fällt, irgendwo im Klassenzimmer.

„Gibt es etwas wie Dunkelheit, Herr Professor?“

„Dass ist eine dumme Frage. Was ist Nacht, wenn nicht Dunkelheit? Worauf willst du diesmal hinaus…?“

„Also Sie sagen es gibt etwas wie Dunkelheit?“

„Ja…“

„Sie liegen wieder falsch. Dunkelheit ist nicht etwas, es ist nur die Abwesenheit von etwas. Sie können gedämpftes Licht haben, normales Licht, helles Licht, blitzendes Licht, aber wenn Sie durchgehend keines haben, dann nennen wir es Dunkelheit, nicht wahr. Das ist die Bedeutung die wir verwenden um dieses Wort zu definieren. In Wahrheit ist Dunkelheit nicht. Wenn es wäre, dann würden Sie jetzt fähig sein dünklere Dunkelheit zu machen und mir ein Glas davon zu geben. Können Sie ………. mir ein Glas dünklere Dunkelheit geben, Herr Professor?“

Trotz allem, lächelt der Professor den jungen Unverschämten vor sich an. Das wird wahrhaftig ein gutes Semester. „Würde es dir etwas ausmachen uns zu sagen, worauf du hinaus willst, junger Mann?“

„Ja, Herr Professor. Ich will darauf hinaus, dass ihre philosophischen Voraussetzungen fehlerhaft sind und daher muss auch ihre Schlussfolgerung falsch sein….“

Der Professor wird giftig. „Fehlerhaft…? Wie kannst du es wagen…!“

„Darf ich erklären, was ich meine?“ Die Klasse ist ganz Ohr.

„Erkläre… erkläre nur…“ Der Professor bemüht sich, seine Nerven zu behalten. Plötzlich ist er die Freundlichkeit selbst. Er schwenkt seine Hand, um die Klasse zur Ruhe zu bringen, damit der Student fortsetzen kann.

„Sie arbeiten mit den Prinzipien der Dualität,“ erklärt der Muslim. „Dass es zum Beispiel Leben gibt und den Tod, einen guten Gott und einen bösen. Sie betrachten das Konzept von Gott als etwas Begrenztes, etwas, dass wir messen können. Die Wissenschaft, Herr Professor, kann nicht einmal einen Gedanken erklären. Sie verwendet Elektrizität und Magnetismus, aber hat sie nie gesehen, geschweige denn gänzlich verstanden. Den Tod als das Gegenteil von Leben zu betrachten, bedeutet die Tatsache zu verkennen, dass der Tod nicht als ein substantives Ding existieren kann. Der Tod ist nicht das Gegenteil von Leben, sondern lediglich die Abwesenheit vom körperlichem oder biologischem Leben.“

Der junge Mann hält eine Zeitung hoch, die er vom Tisch eines Sitznachbars nimmt, der gerade damit beschäftigt war, diese zu lesen „Hier ist eine der abscheulichsten Revolverblätter die dieses Land führt, Herr Professor. Gibt es etwas wie Unmoral?“

„Natürlich gibt es das, sieh nur…“

„Sie liegen wieder falsch. Wie sie sehen, Unmoral ist lediglich die Abwesenheit von Moral. Gibt es etwas wie Ungerechtigkeit? Nein. Ungerechtigkeit ist die Abwesenheit von Gerechtigkeit. Gibt es etwas wie Bösartigkeit?“ Der Muslim macht eine Pause. „Ist Bösartigkeit nicht die Abwesenheit von Güte?“

Des Professors Gesicht hat eine warnende Farbe angenommen. Er ist so wütend, dass er vorübergehend sprachlos ist.

Der Muslim setzt fort. „Wenn es Übel auf dieser Welt gibt, Herr Professor und wir alle wissen, dass es so ist, dann muss Gott, wenn er existiert, ein Werk schaffen, um sich durch diese Agentur des Bösen durchzuarbeiten. Was ist dieses Werk, dass Gott schafft? Der Islam sagt uns, dass es jeder beachten soll was er wählt, wählt er gut oder böse.“

Der Professor wehrt sich entrüstet.

„Als ein philosophischer Wissenschaftler, betrachte ich diese Sache nicht, als etwas was mit einer Wahl zu tun hat, als ein Realist erkenne ich weder dieses Konzept von Gott, noch irgendeinen anderen theologischen Faktor, als Teil dieses weltlichen Gleichgewichtes an, den Gott ist nicht beobachtbar.“

„Ich hätte gedacht, dass die Abwesenheit von Gottes Moralwerten in dieser Welt, wahrscheinlich das am leichtesten zu beobachtbare Phänomen ist,“ antwortet der Muslim. „Zeitungen machen Millionen von Umsätze damit, darüber zu berichten! Sagen Sie mir, Herr Professor. Bringen Sie Ihren Studenten bei, dass sie von einem Affen abstammen?“

„Wenn du Bezug zum natürlichen Evolutionsprozess nimmst, junger Mann, ja, natürlich tue ich das.“

„Haben Sie Evolution je mit Ihren eigenen Augen beobachtet, Herr Professor?“

Der Professor macht ein schlürfendes Geräusch mit seinen Zähnen und schenkt dem Studenten einen ruhigen, starren Blick.

„Herr Professor. Nachdem niemand jemals den Prozess der Evolution in Arbeit gesehen hat und niemand beweisen kann, dass dieser Prozess ein laufendes Bestreben ist, unterrichten Sie nicht Ihre Meinung? Sind Sie nun gar kein Wissenschaftler, sondern ein Priester?“

„Ich will im Licht dieser philosophischen Diskussion, über deine Unverschämtheit hinwegsehen. Nun, hast du bald fertig gesprochen?“ faucht der Professor.

„Also akzeptieren Sie Gottes Moralwerte nicht, die Sie dazu auffordern, das zu tun, was recht ist?“

„Ich glaube das was ist – dass ist die Wissenschaft!“

„Ahh! Die Wissenschaft!“, das Gesicht des Studenten formt ein Grinsen. „Sie besagen, dass die Wissenschaft die Studie der beobachtbaren Phänomene ist. Auch die Voraussetzungen der Wissenschaft sind fehlerhaft…“

„Wissenschaft ist fehlerhaft..?“ zischt der Professor. Die Klasse ist in Aufruhr. Der Muslim bleibt stehen, bis die Aufregung sich wieder gelegt hat.

„Um bei dem Punkt fortzusetzen, den Sie vorhin bei dem anderen Studenten gebracht haben, darf ich Ihnen ein Beispiel dafür geben was ich meine?“

Der Professor schweigt klugerweise.

Der Muslim sieht sich im Raum um, „Gibt es irgendjemanden in dieser Klasse, der jemals Luft gesehen hat? Sauerstoff, Moleküle, Atome, den Verstand des Professors?“ Die Klasse bricht in Gelächter aus. Der Muslim zeigt auf seinen älteren, zerbrechenden Lehrer. „Ist da jemand, der jemals den Verstand des Professors gesehen hat… den Verstand des Professors gefühlt hat, den Verstand des Professors berührt hat, oder den Verstand des Professors gerochen hat? Es scheint niemanden zu geben.“ Der Muslim schüttelt traurig seinen Kopf. „Es sieht so aus, dass niemand jemals irgendeine sinnliche Erfassung vom Verstand des Professors erfahren hat. Nun, nach den Regeln des empirischen, stabilen, demonstrierbaren Protokoll der Wissenschaft, erkläre ich, dass der Professor kein Verstand hat.“

„Nun ist es Jedermanns Gelegenheit mehr zu lernen; über Gott, über den Zweck der Existenz; Erschaffung und Leben; über die Propheten Gottes und über die heiligen Bücher.“

„Es gibt keinen Zwang in der Religion. Der rechte Wandel unterscheidet sich nunmehr klar vom Irrweg. Wer also die Götzen verleugnet und an Gott glaubt, der hält sich an der festesten Handhabe, bei der es kein Reißen gibt. Und Gott hört und weiß alles. Gott ist der Freund derer, die glauben; Er führt sie aus den Finsternissen hinaus ins Licht. Diejenigen, die nicht glauben, haben die Götzen zu Freunden; sie führen sie aus dem Licht hinaus in die Finsternisse…“ (Der Koran, 2:256-257)

Der Muslim setzt sich… Denn dafür sind Sessel da!

„Sprich: Er ist Gott, der Einzige, Gott, der Undurchdringliche. Er hat nicht gezeugt, und Er ist nicht gezeugt worden, und niemand ist Ihm ebenbürtig.“ (Der Koran 112:1-4)

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Deutsche Kolumne

Eine Antwort zu “(15.02.2007) Die fantastische Anwendung der Logik

  1. Johnb464

    I like what you guys are up too. This kind of clever work and exposure! dfafdeaadcfe

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