(13.07.2005) Was ist der Koran?

Was ist der Koran?

„Koran“ bedeutet wörtlich „Lesen“ oder „das Gelesene“. Es ist die vollständige Niederschrift der genauen Worte, die Gott dem Propheten Muhammed durch den Engel Gabriel offenbarte. Als Muhammed ihn seinen Gläubigen diktierte, versicherte er, dass es sich dabei um die ihm von Gott (durch den Engel Gabriel) zuteil gewordene Offenbarung handle. Er verlangte von seinen Gefährten nicht nur, sie auswendig zu lernen, um sie im öffentlichen Gottesdienst vorzutragen, sondern auch, sie niederzuschreiben und Vervielfältigungen anzufertigen. (Hamidullah, n.a., s.38; Transcom, 1999) Nach jeder neuen Offenbarung rezitierte er sie zuerst in einer Versammlung, danach beschränkte er sich nicht nur darauf, diese Botschaft einem seiner Schreiber zu diktieren, sondern befahl diesem zum Schluss auch vorzulesen, was er niedergeschrieben hatte, um etwaige Fehler, die der Schreiber gemacht hatte, korrigieren zu können. Nachdem der Prophet den Koran den Gefährten beibrachte, wurde er auf Papyrus, Holz, Leder, Stein usw. festgehalten. Später, im Jahre 634, wurde der Koran auf Anlass des Kalifen Abu Bakr gesammelt. Die Offenbarungen kamen in einem Zeitraum von dreizehn Jahren in Mekka und zehn Jahren in Medina.

Die Muslime glauben also daran, dass der Koran das Wort Gottes ist, das Er Seinem Gesandten Muhammed offenbart hat. Es ist die Quelle für den Glauben und die Lebenspraxis jedes Muslims. Jede Übersetzung des Koran gilt bereits als eine Interpretation, so dass eine reine Übersetzung nicht existiert. Der Text ist unantastbar. Der Koran lebt von der Situation und der Aussage über die Situation. Er handelt von allem, was den Menschen betrifft und wendet sich an die gesamte Menschheit, ohne Unterschiede der Rassen, der Länder, ja selbst der Zeiten; zudem sucht er den Menschen in allen Lebensbereichen geistig und zeitlich, einzeln und gemeinschaftlich zu führen. Er gibt Richtlinien für das persönliche Verhalten des Staatschefs sowohl wie des einfachen Menschen, für Reich und Arm, für Krieg und Frieden, für die Geisteskultur, wie für den Handel und den materiellen Wohlstand. In der Hauptsache strebt der Koran danach, die Persönlichkeit des Einzelnen zu entwickeln. Jedes Wesen soll persönlich seinem Schöpfer gegenüber verantwortlich sein; zu diesem Zweck gibt der Koran nicht nur Anwendungen, sondern er versucht auch zu überzeugen: Er wendet sich an die Vernunft des Menschen, er erzählt Geschichten, Parabeln, Gleichnisse. Es sind darin Angaben über die Eigenschaften Gottes zu finden. Man findet auch eine vollständige Belehrung über die Art und Weise, wie Gott zu loben sei, über die besten Gebete, über die Pflichten des Menschen gegenüber Gott, gegenüber den anderen Geschöpfen und gegenüber sich selbst. Der Koran stellt die Regeln für das gesellschaftliche Zusammenleben auf: für Handel, Ehe, Erbschaft, Strafrecht, internationales Recht usw. Die zweite Quelle für Muslime ist die Sunna. Es ist das Leben des Propheten Muhammed.

Auffallend ist, dass der Koran ständig an die Rationalität der Menschen appelliert. Aussagen wie „Denkt nach…“ findet man überall im Koran. Ganze 832 mal fällt das Wort „Wissen“ im Koran und 854 mal das Wort „Erziehung“.

Der Koran hat 114 Kapitel, die „Suren“ genannt werden, und jede der Suren besteht aus einer Anzahl von Versen, die „Âyat“ genannt werden.

Unbezweifelt, auch von nicht-muslimischen Wissenschaftlern, ist die Authentizität des Koran. Auf der ganzen Welt existiert nur ein Koran. Auch von nicht-muslimischen Orientalisten wird akzeptiert, dass der Koran unverändert ist.

Literatur:

  • Transcom International: Entdecke den Islam!. Transcom: 1999
  • Hamidullah Muhammed: Der Islam. Geschichte, Religion, Kultur. Okusan: n.a.

Cemil Sahinöz

Aus dem Buch : „Wer Bist Du? Die Reise des Menschen“

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