(09.05.2004) Die Auferstehung – Eine kurze Einführung

DIE AUFERSTEHUNG

Eine kurze Einführung

Das Herz eines jeden Menschen schreit nach Ewigkeit. Sei es um in der Hölle zu Brennen oder im Paradies Glücklich zu sein. Mit dem vergänglichen Leben kann das Herz nicht zufrieden gestellt werden. Wenn du einmal deine Augen schließt und deinem Herzen zuhörst, wirst du sehen, dass es die Wörter „Ewig, Ewig“ schreit. Das „Nicht-Existieren“ ist für das Herz undenkbar. Versuche dir einmal die „Nicht-Existenz“ vorzustellen. Das Nichts. Es ist nicht vorzustellen. Gott hat dem Menschen das Gefühl für das ewige Leben gegeben. Und genau das, erwartet ihn, dem Menschen, nach dem Tod, nach der Auferstehung.

Nur die gleiche „Macht“, die das diesseitige Leben unter Kontrolle hält, kann die „Macht“ des Jenseits sein. Würde es nur das Diesseits kontrollieren, aber nicht das Jenseits, würde es zum Ungleichgewicht dieses Universums kommen. Würden also zwei „Mächte“, „Gesetze“ oder „Götter“ existieren, würde es zu einem Ungleichgewicht kommen. Es kann also nur Einen geben. Dies ist ein wichtiger Punkt, den wir vor Augen halten müssen.

Da es also nur Einen gibt, der sowohl das Diesseits und das Jenseits kontrolliert, muss man sich nun die Frage stellen, warum dieser Eine, das Jenseits erschaffen hat. Warum ließ es die „Macht“ nicht mit dem Diesseits sein?

Das Jenseits ist als ein Ort zu sehen, an dem jeder das bekommt, was er im Diesseits geerntet hat. Die Taten bekommen erst im Jenseits ihren wahren Werte. Im Diesseits sind sie nur Fassaden, Schaufensterpuppen. Das Diesseits wird dadurch zu einem verweil Ort, also ein Ort, an dem wir kurzzeitig verweilen.

Würde diese „Macht“ nun mit uns nicht sprechen, wäre es kontrovers zu den sonstigen Perfektionen im Universum. Diese „Macht“ hält das ganze System aufrecht, ohne einen Fehler oder den geringsten Ausrutscher. Er organisiert und verwaltet das ganze komplexe Universum. Durch die Erschaffung des Jenseits bietet Er seiner Schöpfung einen weiteren Ort an.

Um Seine Schöpfung Aufmerksam auf diesen Ort zu machen, redet Er und lässt Seine Schöpfung mit Ihm reden. Durch dieses Reden erkennt die Schöpfung, der Mensch, seine Grenzen und betet, vielmehr bittet, den Schöpfer um Hilfe.

Diese „Macht“ braucht nicht mit uns zu sprechen. Er braucht auch nicht unsere Anbetung. Vielmehr brauchen wir es. Es ist in Geschenk an uns. Eine Möglichkeit, uns selbst zu finden. Eine Möglichkeit, um mein Da-Sein zu erklären.

Das Anreden und Anbeten wird daher zur Selbstverständlichkeit. Man muss sich das Jenseits vor Augen halten.

Cemil Sahinöz

erschienen in Ayasofya, Nr.9, 2005, S.12

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