Verfasst von: misawatruth | Juni 10, 2009

(10.06.2009) “Ich werde einen Homerun schlagen”

“Ich werde einen Homerun schlagen”

Rheda-Wiedenbrück (gl). Cemil Sahinöz will Brücken bauen und Wege eines toleranten Miteinanders aufzeigen. Seit Mai steht der Diplom-Soziologe in der DRK-Integrationsagentur an der Bergstraße 8 in Rheda-Wiedenbrück als Ansprechpartner zur Verfügung.
Dabei will er auf der erfolgreichen Arbeit seines Vorgängers Isa Sandiraz aufbauen. Bereits seit 2005 gibt es das Angebot des Deutschen Roten Kreuzes im Kreisfamilienzentrum Rheda-Wiedenbrück, das sich in Trägerschaft der Caritas befindet. „Kernziel ist es, für Menschen mit Migrationshintergrund die vorhandenen Hilfsangebote zu erschließen“, erklärt Volker Brüggenjürgen, Leiter des Fachbereichs Kinder-, Jugend- und Familienhilfe des Caritasverbands für den Kreis Gütersloh. Die Bandbreite an Themen reicht also von der Frage nach einer Krabbelgruppe oder einem Sprachkursus über materielle Aspekte bis hin zu den Themen Schule und Familie. Gleichzeitig gelte es, interkulturelle Fähigkeiten von Mitarbeitern in Einrichtungen zu fördern, die mit Kindern, Jugendlichen und Familien arbeiten.
„Ich habe mich schon bei vielen Organisationen vorgestellt“ , berichtet der 27-jährige neue Integrationsbeauftragte, dass er bereits erste Kontakte, angefangen von Migrantenorganisationen über die VHS bis hin zu Kindergärten geknüpft hat. Im „Brückenbauen“ hat der in Halle geborene Sohn türkischer Eltern Erfahrung. Nach seinem Zivildienst im Krankenhaus in Halle und dem erfolgreichen Studium in Bielefeld hat er mehrere Jahre ehrenamtlich mit Migranten gearbeitet. „Ich habe die Effekte gesehen, es klappt diese Brücke zu bauen“, glaubt der in Steinhagen verheiratete engagierte Mann an die Möglichkeiten. Darin bestätigen ihn etwa ein interkulturelles Fest ebenso wie Migranten, die endlich zum Elternsprechtag gehen und Jugendliche, die eine Ausbildung gefunden haben.
Dem Einfluss sozialer und ethnischer Herkunft auf die Chancengleichheit hat sich Sahinöz in einer seiner wissenschaftlichen Publikationen gewidmet. Zudem hat der journalistisch tätige neue Integrationsbeauftragte eine zweisprachige Zeitschrift gegründet, in der es ihm um den deutsch-türkischen Dialog geht. Um sich integrieren zu können, müsse man irgendwo zuhause sein, findet Sahinöz. Wichtig sei es zudem, Unkenntnis zu überwinden. Wenn das gelinge und man aufeinander zugehe, sei es auch möglich, Gleichartiges zu entdecken.
Im Kreisfamilienzentrum Rheda-Wiedenbrück an der Bergstraße ist Sahinöz montags bis donnerstags von 10 bis 17 Uhr zu erreichen. Eine Anmeldung empfiehlt sich unter Telefon  05242/40820. Willkommen seien alle Interessenten zwischen 0 und 99 Jahren, unterstreicht Birgit Kaupmann, Leiterin des Familienzentrums, das jeder, in dem Haus willkommen ist, der Information und Beratung sucht. Volker Brüggenjürgen wünscht dem jungen Mann, der nicht nur gern Gitarre spielt, sondern früher in der ersten Bundesliga Baseball gespielt hat, einen guten „Homerun“, bei dem es gelingt, viele Menschen mit auf den Weg zu nehmen.
Die Glocke, 10.06.2009
http://www.die-glocke.de/gl/cgi/news/shownews.php?id=13611

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